Onlineartikel 26.04.2014

Seltene, aber gefährliche Komplikation

Die Koronarperforation ist zwar eine seltene, jedoch eine mit einer erheblichen Morbidität und Mortalität behaftete Komplikation perkutaner Koronarinterventionen (PCI). Über die Inzidenz und die klinischen Folgen einer Koronarperforation ist bislang wenig bekannt. In der vorliegenden Arbeit wurden daher die Häufigkeit und der klinische Verlauf einer Koronarperforation nach einer perkutanen Koronarintervention bei Patienten mit stabiler Angina pectoris und akutem Koronarsyndrom anhand von aktuellen Daten aus dem Euro Heart Survey (EHS) PCI-Register untersucht.

Die häufigsten schwerwiegenden Komplikationen der Koronarperforation waren Herzbeuteltamponade oder Gefäßverschluss.
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Springer Verlag GmbH

Beim EHS-PCI-Register handelt es sich um eine prospektive multizentrische Beobachtungsstudie zur elektiven und Notfall-PCI bei konsekutiven unselektionierten Patienten.

Im Zeitraum von Mai 2005 bis April 2008 wurden über 47.000 Patienten aus 33 ESC-Ländern erfasst. Die teilnehmenden Kliniken waren größtenteils „high volume center“ mit durchschnittlich etwa 1000 perkutanen Koronarinterventionen pro Jahr.

Sehr seltene Komplikation

124 Patienten (0,3 Prozent) erlitten eine Koronarperforation. Die betroffenen Patienten waren im Vergleich zu Patienten ohne Koronarperforation älter (66,2±11,3 versus 63,5±11,3 Jahre; p<0,01), häufiger weiblich (34,7 versus 25,8 Prozent; p<0,05) und litten häufiger an einer peripheren Verschlusskrankheit (12,2 versus 5,9 Prozent; p<0,01). Ferner wiesen Patienten mit einer Koronarperforation häufiger eine 3-Gefäß-Erkrankung (29,5 versus 20,8 Prozent; p<0,05) und eine Typ-C-Läsion (53,2 versus 24,0 Prozent; p<0,001) auf.

Hohe Sterberate

Die häufigste schwerwiegende Komplikation der Koronarperforation war eine Herzbeuteltamponade (11,3 Prozent), gefolgt von einem Gefäßverschluss (6,6 Prozent) und einem Herzstillstand (3,6 Prozent). Nur 3,3 Prozent der Patienten mussten notfallmäßig operiert werden. 7,3 Prozent der Patienten mit Koronarperforation starben im Verlauf des stationären Aufenthalts. Im Vergleichskollektiv lag die Rate bei nur 1,5 Prozent

Fazit

Es kann festgehalten werden, dass die Inzidenz der Koronarperforation nach einer perkutanen Koronarintervention relativ niedrig ist. Sie betrifft vor allem Patienten mit komplexer Koronaranatomie und ist mit einem vierfach erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden. 

Literatur

80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vom 23.-26. April 2014 in Mannheim. Vortrag: Fate of patients with coronary perforation complicating PCI: insights from the Euro Heart Survey PCI registry (V1188); 

Die häufigsten schwerwiegenden Komplikationen der Koronarperforation waren Herzbeuteltamponade oder Gefäßverschluss./© Springer Verlag GmbH