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24.01.2018 | Stabile Angina pectoris | Nachrichten

Ein Hoffnungsschimmer

Stammzelltherapie wirkt offenbar bei refraktärer Angina

Autor:
Veronika Schlimpert

Wer die kardiale Stammzelltherapie nach zahlreichen Rückschlägen schon aufgeben wollte, wird nun eines Besseren belehrt. Bei Patienten mit refraktärer Angina hat die Zelltherapie tatsächlich Wirkung gezeigt.

Für Patienten mit refraktärer Angina pectoris sind die Behandlungsoptionen begrenzt. In den letzten 40 Jahren haben es gerade mal zwei Therapien bis zur Zulassung geschafft: das Antianginosum Ranolazin und die erweiterte externe Gegenpulsation. Gute Chancen in diesen erlesenen Kreis aufgenommen zu werden, hätte womöglich auch die kardiale Stammzelltherapie gehabt – wenn die randomisierte Phase III-Studie RENEW nicht vorzeitig abgebrochen worden wäre. Wirtschaftliche Überlegungen haben den Studiensponsor damals zu dieser Entscheidung gebracht.

Wissenschaftler um Timothy Henry vom Cedars-Sinai Heart Institute in Los Angeles haben die verfügbaren Datensätze von RENEW nun mit Daten zweier vorklinischer Studien (Phase I und II ACT-34) gepoolt und ausgewertet. In allen Studien wurden CD34+-Zellen aus dem Knochenmark isoliert und den Patienten in das Myokard injiziert. Insgesamt 187 Patienten erhielten die autologe Stammzelltherapie, 89 Personen bekamen stattdessen eine Placebo-Injektion.

Belastbarkeit nahm zu, Beschwerden gingen zurück

Die Stammzelltherapie hatte in allen Studien zu einer signifikanten Besserung der Leistungsfähigkeit und Symptomatik geführt. Nach 3 Monaten stieg die Gesamtbelastungszeit auf dem Laufband (nach Bruce-Protokoll) um 46,6 s, nach 6 Monaten um 49,5 s und nach 12 Monaten um 44,7 s.

Die Angina-Beschwerden ließen nach der Zellinjektion ebenfalls deutlich nach: im Vergleich zu Placebo um 22%, 34% und 42% nach 3, 6 und 12 Monaten. Die Reduktion der Beschwerdehäufigkeit sei damit sogar deutlicher ausgefallen, als man dies mit Ranolazin oder der externen Gegenpulsation sehen würde, berichten Henry und Kollegen.

Effekte auf Sterblichkeit

Bemerkenswerterweise ist nach der Stammzell-Injektion die Sterblichkeit signifikant zurückgegangen (2,5% im Verum-Arm vs. 12,1% in der Kontrollgruppe). Die Rate an schweren kardiovaskulären Ereignissen (MACE) war numerisch, aber nicht signifikant geringer (30,0% vs. 38,9%).

Die kardiale Zelltherapie zur Behandlung der refraktären Angina hätte somit die Kriterien für eine Zulassung in den USA erfüllen können, wenn eine Studie in der Größenordnung von RENEW abgeschlossen worden wäre, resümieren die Studienautoren. Sie fordern deshalb eine weitere Studie, in der die Wirksamkeit regenerativer Therapien nochmals an einer größeren Patientenpopulation geprüft wird.  

Literatur

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