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10.04.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Metaanalyse

Statine - auch gut für die Potenz?

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Forscher glauben, eine neue „pleiotrope" Wirkung an den Statinen entdeckt zu haben. Nach ihren Daten helfen diese Lipidsenker anscheinend auch der erektilen Funktion auf die Sprünge.

Statine weisen einen „Zusatznutzen“ unterhalb der Gürtellinie auf, der sich zur Steigerung der Therapietreue nutzen lässt. Wie Autoren beim Jahreskongress des American College of Cardiology 2014 und zeitgleich im Journal of Sexual Medicine mitteilten, verbessert sich bei Patienten unter Statintherapie die erektile Funktion.

Das Ausmaß entspricht einem Drittel bis der Hälfte der Wirkung gängiger Potenzpillen wie Viagra®, Cialis® oder Levitra® und liegt deutlich über demjenigen von Lebensstilveränderungen oder einer Testosteron-Substitution.

Die Autoren der Medical School in New Brunswick im US-Bundesstaat New Jersey hatten alle Statin-Studien zusammengetragen, bei denen Effekte auf die erektile Funktion erhoben wurden.

Elf Studien als Datengrundlage

Sie fanden elf Studien mit zusammen 647 Patienten im Alter von im Schnitt 58 Jahren. Während der viermonatigen Therapie fiel das LDL-Cholesterin der Patienten im Schnitt von 138 auf 91 mg/dl.

Gleichzeitig verbesserte sich auch die erektile Funktion von 14 auf 17,4 Punkte auf der 25-Punkte-Skala des International Inventory of Erectile Function Survey.  

Das Ergebnis überrascht: Frühere Studien hatten eine negative Assoziation zwischen Statin-Therapie und Testosteronspiegel berichtet.

Stimulus für bessere Compliance?

Die Autoren vermuten, dass Statine den Blutfluss zum Penis verbessern. Sie empfehlen nicht, diese Cholesterinsenker bei Stoffwechselgesunden zur Lösung von Potenzproblemen einzusetzen.

Der „Extra-Benefit“ lasse sich aber nutzen, mehr Patienten mit gestörtem Fettstoffwechsel zu einer gewissenhaften Einnahme von Statinen zu motivieren.

 

Literatur