Onlineartikel 14.10.2014

Stört schwere Schlafapnoe die Wirkung von Blutdrucksenkern?

Eine unbehandelte schwere obstruktive Schlafapnoe könnte dazu beitragen, dass Blutdrucksenker bei manchen Patienten nicht wirken. Ergebnisse einer neuen Studie deuten in diese Richtung.

Spekuliert wird über die Ursachen einer therapieresistenten Hypertonie zur Genüge. Nun scheint man auf eine neue Spur gestoßen zu sein: Offenbar kann eine schwere obstruktive Schlafapnoe (OSA) mit der Wirkung von Antihypertensiva interferieren, weshalb Betroffene trotz blutdrucksenkender Therapie weiter hohe Blutdruckwerte aufweisen.

Auf diese Hypothese kam die Forschergruppe um Dr. Harneet Walia von der Case Western University in Cleveland, nachdem sie Daten aus der Heart Biomarker Evaluation in Apnea Treatment (HeartBEAT-)Studie auswerteten.

Therapieresistenz kommt häufiger vor

Dabei zeigte sich, dass eine Therapieresistenz bei Patienten mit schwerer OSA (23,6 Prozent der Teilnehmer) etwa doppelt so häufig war wie bei Patienten, die nur eine moderate OSA hatten (Prävalenz: 58,3 vs. 28,6 Prozent p=0,01)).

Nach Adjustierungen für Unterschiede zwischen beiden Gruppen hatten Patienten mit schwerer OSA ein vier Mal so hohes Risiko für eine therapieresistente Hypertonie als Patienten mit moderater OSA (Odds Ratio: 4,1)

Die Studienautoren analysierten die Daten von insgesamt 284 HeartBEAT-Studienteilnehmern, die alle eine OSA und ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko bzw. eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten und bei denen ein Bluthochdruck festgestellt worden war: 61,6 Prozent von ihnen hatten einen kontrollierten Blutdruck, 28,5 Prozent einen unkontrollierten und 9,9 Prozent einen therapieresistenten Bluthochdruck (≥ 3 Antihypertensiva inklusive eines Diuretikums).

Nach Schlafapnoe fahnden

Diese Ergebnisse zeigten, dass eine unbehandelte schwere OSA bei Hypertonikern, die ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko haben, trotz blutdrucksenkender Therapie mit erhöhten Blutdruckwerten assoziiert sei, schlussfolgern die Studienautoren. Ihrer Ansicht nach deutet dieser Befund darauf hin, dass eine schwere OSA zu einer mangelhaften Blutdruckkontrolle beitragen könnte.

Wenn also Patienten trotz Antihypertensiva weiterhin erhöhte Blutdruckwerte haben, könnte diese Therapieresistenz auf eine OSA hindeuten und gäbe dann Anlass, bei diesen Patienten danach zu suchen.

Literatur

Walia HK et al. Association of severe obstructive sleep apnea and elevated blood pressure despite antihypertensive medication use. J Clin Sleep Med 2014;10(8):835–43.