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31.08.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Herzinfarkt

Studie zum Peri-Infarktzonen-Pacing enttäuscht

Autor:
PD Dr. Stefan Perings

Die Sterblichkeit bei Patienten mit großem Myokardinfarkt ist unverändert sehr hoch. Eine der wesentlichen Ursachen einer postinfarziellen Herzinsuffizienz ist das linksventrikuläre Remodeling. Eine verzögerte kontraktile Aktivierung in der Infarkt- und Peri-Infarktzone trägt möglicherweise zu einer Zunahme der Wandspannung und Nachlast bei, welches in einer Vergrößerung der Infarktzone und LV-Remodeling resultieren könnte.

126 Patienten mit großem Myokardinfarkt (CK >3000 U/L) aber schmalem QRS Komplex (<120ms) wurden in einer Studie 1:1:1 randomisiert in eine Kontroll-Gruppe, eine CRT-D Gruppe mit biventrikulärer Stimulation und einer CRT-D Gruppe mit ausschließlich linksventrikulärer Stimulation. Die linksventrikuläre Sonde wurde möglichst im Bereich der Peri-Infarktzone platziert.

Als primärer Endpunkt wurde die Änderung des linksventrikulären enddiastolischen Volumens nach 18 Monaten im Vergleich zwischen Kontrollgruppe und den gepoolten Schrittmacher Patienten festgelegt. Sekundäre Endpunkte waren das ebenfalls echokardiographisch bestimmte endsystolische Volumen, die linksventrikuläre Ejektionsfraktion, ein 6 Minuten Gehtest sowie die Lebensqualität und NYHA Klassifikation.

Für keinen der Endpunkte konnte ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen erreicht werden. Auch die Anzahl an Todesfällen und Re-Hospitalisierung war nicht unterschiedlich. Die Autoren und auch die Diskutanten schlussfolgerten, dass Peri-Infarkt-Pacing weder ein LV Remodeling verhindern kann, noch den klinischen Verlauf positiv zu beeinflussen vermag.  

In unserer Kolumne „Expertenblickpunkt“ hebt ein Experte aus Klinik oder Praxis besondere Inhalte von Kongressen und aus der aktuellen kardiologischen Berichterstattung hervor.
Dr. Stefan Perings, ist geschäftsführender Mitherausgeber von „kardiologie.org". Er arbeitet als niedergelassener Kardiologe und Partner im CardioCentrum Düsseldorf sowie in der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf. Seit 2012 ist er stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK)und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

Literatur
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