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16.04.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Invasiv versus konservativ

Studie zur KHK-Therapie sucht noch Teilnehmer

Autor:
Dr. med. Rolf Dörr

Bei der ISCHEMIA-Studie zur Klärung der optimalen Therapie bei chronisch stabiler KHK sind deutsche Zentren bislang leider unterrepräsentiert.

Die internationale ISCHEMIA-Studie (www.ischemiatrial.org) wurde bereits 2011 in Cardio News vorgestellt.

ISCHEMIA ist eine vom National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI), USA mit 84 Mio. US-Dollar finanziell unterstützte, weltweite Studie zur Klärung der optimalen therapeutischen Strategie für Patienten mit chronisch stabiler KHK. Studienleiterin ist Dr. Judith S. Hochman, New York, Co-Chair ist Dr. David J. Maron, Stanford, beide USA. Die Studie wurde international bereits im Sommer 2012 initiiert und soll die klinische Wertigkeit von zwei in der klinischen Routine etablierten therapeutischen Strategien für diese Patientengruppe vergleichen:

Einer routinemäßig eingesetzten invasiven Strategie mit Herzkatheteruntersuchung, gefolgt von einer Koronarrevaskularisation plus einer optimierten medikamentösen Therapie (OMT) oder alternativ einer konservativen Strategie mit einer alleinigen OMT, bei der Herzkatheteruntersuchung und Koronarrevaskularisation nur für Fälle mit einem Therapieversagen der alleinigen OMT reserviert sind (Abb. 1). Die parallel laufende ISCHEMIACKD-Substudie (Studienleiter: Dr. Sripal Bangalore, New York, USA) untersucht die gleiche Fragestellung bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder Dialysepflicht (www.ischemiackd.org).


Wissenschaftlicher Hintergrund

Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom ist die prognostische Überlegenheit einer frühen interventionellen Therapie wissenschaftlich gesichert und Bestandteil aller internationalen Leitlinien.

Im Gegensatz dazu fehlt bei Patienten mit chronisch stabiler KHK bislang die wissenschaftliche Evidenz, dass eine Koronarrevaskularisation die Prognose im Vergleich zu einer alleinigen OMT verbessern kann (COURAGE, BARI-2D). Andererseits gab es Hinweise (COURAGE Nuclear Substudy), dass die Ischämiereduktion von entscheidender prognostischer Bedeutung ist. Aus diesem Grund ist ein Ischämietest mit einer wenigstens moderaten Ischämie (≥10% oder äquivalente Kriterien) in einem kardialen Stress-Test das primäre Einschlusskriterium der ISCHEMIA-Studie. Die Randomisierung erfolgt im Gegensatz zu COURAGE und BARI-2D vor der invasiven Koronarangiografie und nach Ausschluss einer Hauptstammstenose durch eine verblindete CT-Koronarangiografie (Abb. 1).

Bisheriger Rekrutierungs- und Randomisierungsstatus

Die Studie wird weltweit in 350 Zentren und ca. 33 Ländern einschließlich Deutschland durchgeführt und soll etwa 8.000 Patienten rekrutieren. ISCHEMIA ist in Deutschland komplett zugelassen, die Rekrutierung hat im Februar 2014 begonnen. Nach Stand im März 2015 sind aber deutsche Zentren im internationalen Vergleich bislang deutlich unterrepräsentiert (Tab. 1, Abb. 2).



Interessierte Studienteilnehmer mailen bitte an den nationalen Studienleiter Dr. Rolf Dörr: doerr@praxisklinik-dresden.de oder wenden sich an: ischemia@nyumc.org
 

Literatur