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23.03.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Erste Studiendaten

TAVI – Option auch bei niedrigem Operationsrisiko?

Autor:
Peter Overbeck

Ist die kathetergestützte Aortenklappen-Implantation auch eine Option für Patienten mit niedrigem Operationsrisiko? Dazu gibt es jetzt erste Ergebnisse eines randomisierten Vergleichs mit der Klappenersatz-OP.

Die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) bei Aortenklappenstenose ist inzwischen eine etablierte Therapieoption für Patienten, die entweder inoperabel sind oder durch die Operation einem hohen Risiko ausgesetzt würden. Derzeit werden TAVI und chirurgischer Aortenklappen-Ersatz auch bei Patienten mit niedrigerem Operationsrisiko in laufenden randomisierten Studien (SURTAVI, PARTNER II) verglichen.

1-Jahres-Daten von 280 Patienten

Zu ersten Ergebnissen bei Low-risk-Patienten hat bereits die vergleichsweise kleine NORTION-Studie (Nordic Aortic Valve Intervention) geführt. Für diese Studie sind an drei Zentren in Dänemark und Schweden 280 ältere Patienten (Durchschnittsalter: 79 Jahre) mit schwerer Aortenklappenstenose rekrutiert worden, die entweder via Katheter oder klassischer Klappenersatz-Operation eine neue Aortenklappe implantiert bekamen.

Bei knapp 82 Prozent aller Teilnehmer war angesichts eines niedrigen STS-Scores (unter 4) von einem niedrigen Operationsrisiko auszugehen.

Kein Unterschied im primären Endpunkt

1-Jahres-Ergebnisse der Studie sind beim ACC-Kongress in San Diego vorgestellt worden. Danach war hinsichtlich des primären Endpunktes (Tod, Schlaganfall, Myokardinfarkt) nach zwölf Monaten kein signifikanter Unterschied zwischen TAVI – implantiert wurde die CoreValve-Klappenprothese – und chirurgischem Herzklappenersatz auszumachen (Inzidenz: 13,1 versus 16,3 Prozent). Auch hinsichtlich der kardiovaskulären Mortalität sowie der Häufigkeit von Prothese-bedingten Re-Interventionen unterschieden sich beide Behandlungsmethoden nicht.

Allerdings war in der TAVI-Gruppe aufgrund von kardialen Leitungsstörungen häufiger eine Schrittmacher-Implantation erforderlich, wobei die Rate mit 38 Prozent (versus 2,4 Prozent) ungewöhnlich hoch war. Dagegen war die Rate schwerer Blutungen signifikant niedriger als nach chirurgischem Herzklappenersatz (11,3 versus 20,9 Prozent), ebenso die Häufigkeit eines kardiogenen Schocks (4,2 versus 10,4 Prozent). TAVI verkürzte die mittlere stationäre Verweildauer (8,9 versus 12,9 Tage).

Zu früh für definitive Aussagen

Definitive Aussagen zum Stellenwert der TAVI-Behandlung bei Patienten mit niedrigem Operationsrisiko lassen sich auf Basis dieser Daten nicht treffen. Dazu ist die Zahl der analysierten Patienten noch zu klein und die Beobachtungsdauer zu kurz. Kardiologen dürften sich dennoch ermutigt sehen, solche Patienten als Kandidaten für die interventionelle Therapie bei Aortenstenose stärker in Betracht zu ziehen.

Literatur

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