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17.01.2019 | TAVI | Nachrichten

Aortenstenose

EKG-Veränderungen nach TAVI bedeuten oft ungünstige Prognose

Autor:
Philipp Grätzel

Wie relevant sind neue Schenkelblocks und schrittmacherpflichtige Reizleitungsstörungen nach einer TAVI für die Patienten wirklich? Eine neue Kohortenstudie zeigt: Sterberisiko und auch Risiko für Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz sind deutlich erhöht.

Reizleitungsstörungen nach einer TAVI sind schon lange beschrieben, und ihre klinische Relevanz wird immer wieder diskutiert. Im Rahmen einer großen, monozentrischen Kohorte an der Universität Kopenhagen wurden Häufigkeit und prognostische Bedeutung von insbesondere neu aufgetretenem Schenkelblock und neuer Schrittmacherpflichtigkeit jetzt einmal mehr untersucht.

Insgesamt 816 Patienten gingen in die prospektive Studie ein, die in Kopenhagen hintereinanderweg zwischen 2007 und 2017 mit einer Transkatheter-Aortenklappenintervention (TAVI) behandelt worden waren. Einen Monat nach der Intervention hatten drei von zehn Patienten einen zuvor nicht bestehenden Schenkelblock im EKG, und einer von sechs benötigte einen permanenten Schrittmacher.

Die Dänen begleiteten die Patienten dann für im Median 2,5 Jahre. Dabei zeigte sich, dass die Sterblichkeit im ersten Jahr nach der Intervention bei Patienten mit neuen Schenkelblock signifikant erhöht, nämlich knapp dreimal so hoch war (HR 2,80; 95%-KI 1,18–3,67). Nicht erhöht war die frühe postinterventionelle Sterblichkeit dagegen bei Patienten, die einen neuen permanenten Schrittmacher benötigten.

Jenseits des ersten Jahrs nach Intervention war die Sterblichkeit dann sowohl bei Schenkelblockpatienten als auch bei Schrittmacherpatienten signifikant höher als bei Patienten ohne diese beiden Herzrhythmus- bzw. EKG-Probleme. Die Hazard Ratio für Sterblichkeit jenseits des ersten postinterventionellen Jahrs betrug 1,79 (95%-KI 1,24–2,59) für Schenkelblockpatienten und 1,58 (95%-KI 1,01–2,46) für Schrittmacherpatienten. Bei beiden Patientengruppen war zudem das Risiko für herzinsuffizienzbedingte Klinikeinweisungen signifikant um rund die Hälfte höher als bei den Patienten ohne die genannten Probleme. Die schlechtere Prognose ging einher mit einer signifikant stärkeren Abnahme die LV-Funktion.

Die dänische Studie wirft einige klinische Fragen auf, die sie als prospektive Kohortenstudie nicht selbst beantworten kann. In einem begleitenden Editorial weisen Kardiologen aus Rotterdam und Eindhoven um Prof. Peter de Jaegere, Universität Rotterdam, sowie der Physiologe Prof. Frits Prinzen von der Universität Maastricht unter anderem darauf hin, dass insbesondere Linksschenkelblocks sowohl mit einer Verschlechterung der LV-Funktion als auch mit AV-Blocks einhergehen können, wobei letztere wiederum ein plötzliches Herztodereignis triggern könnten.

Sollten Blockbilder im EKG nach TAVI also ernster genommen werden als bisher und möglicherweise therapeutische Konsequenzen nach sich ziehen? Andererseits verschwinden manche Blockbilder nach TAVI auch irgendwann wieder, und der Zusammenhang zwischen Blockbildern und Prognose war in anderen Studien weniger deutlich.

Literatur

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