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21.06.2018 | TAVI | Nachrichten

Deutsche Beobachtungsstudie

Frühe Klappensegelthromben nach TAVI scheinen Mortalität nicht zu erhöhen

Autor:
Peter Overbeck

In der CT-Angiografie sichtbare subklinische Thromben auf Klappensegeln von Katheter-Klappenprothesen sind nach Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) keine Seltenheit. Auf die Mortalität wirken sie sich aber zumindest mittelfristig nicht negativ aus, so das Ergebnis einer Beobachtungsstudie an einem deutschen Herzzentrum. 

Vor etwa fünf Jahren sind bei der Analyse von CT-Angiografien erstmals Thromben auf den Klappensegel von zur TAVI genutzten Aortenklappen-Prothesen aufgefallen. Der Frage, ob damit negative Auswirkungen auf die Prognose verbunden sind, ist inzwischen in mehreren zumeist kleineren Studien nachgegangen worden. Mit Ausnahme einer Studie, in der eine Zunahme von transitorisch-ischämischen Attacken (TIA) beobachtet wurde, sind die Ergebnisse im Hinblick auf das Mortalitäts- und Schlaganfallrisiko ansonsten eher beruhigend. 

Die Ergebnisse einer relativ großen Beobachtungsstudie von Kardiologen am Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen zeigen in die gleiche Richtung. Die Gruppe um Dr. Philipp Ruile hat dafür Daten von 754 Patienten herangezogen, bei denen zwischen Mai 2012 und Juni 2017 wegen schwerer Aortenstenose eine TAVI vorgenommen worden war. Alle Patienten sind  im Schnitt fünf Tage nach der katheterbasierten Klappenimplantation einer CT-Angiografie unterzogen worden. 

Bei dieser Untersuchung sind bei 120 Patienten (15,9%) Thromben auf den Klappensegeln der Katheter-Aortenklappen entdeckt worden. In dieser Subgruppe war der Anteil der Männer kleiner als in der Gruppe ohne Klappenthrombose ((28,3% vs. 41,5%). 

Klappensegelthrombosen machen keinen Unterschied 

Die Follow-up-Dauer betrug im Median 406 Tage. In dieser Zeit bestand hinsichtlich der Mortalität kein Unterschied zwischen beiden Gruppen: Die Mortalitätsraten waren mit 11,1% (mit Klappenthrombosen) und 11,2% (ohne Klappenthrombosen) nahezu identisch. Auch bezüglich der Häufigkeit von Schlaganfällen (0,8% mit vs. 2,1% ohne Klappenthrombosen) gab es keinen relevanten Unterschied. 

In univariaten wie auch multivariaten Analysen erwiesen sich Thromben auf den Klappensegeln für keinen der klinischen Endpunkte als prädiktiv. Eine Assoziation mit der Gesamtmortalität ergab sich dagegen für die Faktoren männliches Geschlecht, bestehendes Vorhofflimmern und paravalvuläre Insuffizienzen von mehr als nur mildem Schweregrad. 

Da Patienten mit Klappensegelthrombosen nach TAVI anscheinend  keinen erhöhten Sterberisiko unterliegen  und solche Thromben häufig spontan  wieder verschwinden, halten es die Studienautoren um Ruile für ratsam, beim erstmaligen Thrombennachweis mit der oralen Antikoagulation zunächst noch zu warten. Sie empfehlen eine erneute Kontroll-CT-Angiografie nach drei Monaten und eine oralen Antikoagulation für den Fall,  dass eine relevante Zunahme des transprothetischen Druckgradienten festzustellen ist und/oder klinische Anzeichen für eine Klappenobstruktion bestehen.

Literatur

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