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16.05.2018 | TAVI | Nachrichten

Langzeitdaten aus einem deutschen Herzzentrum

Gute Erfahrungen in Sachen Haltbarkeit von Transkatheter-Herzklappen

Autor:
Peter Overbeck

Transkatheter-Aortenklappen scheinen auch mehr als fünf Jahre nach ihrer Implantation noch gut zu funktionieren. Dafür sprechen Ergebnisse einer neuen Analyse, in der an einem deutschen Herzzentrum gewonnene Erfahrungen zusammengefasst sind.

Derzeit mangelt es noch an  klinischen Daten, die Aufschluss über die langfristige Haltbarkeit von Transkatheter-Aortenklappen für den Zeitraum jenseits von fünf Jahren nach Implantation geben können. Informationen darüber werden dringend benötigt – vor allem für den Fall,  dass künftig auch jüngere Patienten mit niedrigerem Risiko solche per Katheter implantierten Aortenklappen-Prothesen erhalten sollten.

Eine Arbeitsgruppe am Herzzentrum der Segeberger Kliniken in Bad Segeberg sah sich aus diesem Grund veranlasst, ihre eigenen Erfahrungen in Sachen Langlebigkeit von Klappenprothesen nach  Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) publik zu machen. Grundlage ihrer unter Leitung des Kardiologen Dr. Mohamed  Abdel-Wahab vorgenommenen  Analyse bilden die Daten von 152 konsekutiven Patienten mit schwerer Aortenstenose, bei denen zwischen September 2007 und November 2011 eine selbstexpandierende CoreValve-Klappenprothese implantiert worden war. Diese Patienten (Durchschnittsalter: 81 Jahre) sind über einen medianen Zeitraum von 6,3 Jahre nachbeobachtet worden, die maximale Follow-up-Dauer betrug 8,9 Jahre.

Keine schwere strukturelle Klappenverschlechterung

Im gesamten Zeitraum der klinischen Nachbeobachtung war kein einziger Fall einer schwerwiegenden strukturellen Verschlechterung an den Klappenprothesen zu verzeichnen. Maßgebliche hämodynamische Kriterien für eine solche Verschlechterung waren eine intraprothetische Aorteninsuffizienz oder ein transprothetischer Druckgradient von 40 mmHg oder mehr (bzw. ein Anstieg um 20 mmHg oder mehr im Vergleich zum Ausgangswert). Auch auf eine Klappendysfunktion direkt zurückzuführende Todesfälle wurden nicht beobachtet.

Wenn es doch zu einem sogenannten bioprothetischem Klappenversagen (primärer Endpunkt) kam, war der Grund zumeist eine paravalvuläre Insuffizienz, die in einigen Fällen (3,3%) eine Re-Intervention oder Operation erforderlich machte. Nach Schätzung der Studienautoren beträgt die Rate für ein solches Klappenversagen weniger als 8% in acht Jahren.

Von 56 Patienten, die fünf Jahre nach der TAVI-Behandlung noch lebten, lagen auswertbare echokardiografische Daten aus dem Zeitraum zwischen 5,0 und 8,9 Jahre nach der Implantation vor. Die Echo-Untersuchungen waren überwiegend  in den Jahren 6 (n=23) und 7 (n=23) nach TAVI und zu einem geringeren Teil in den Jahren 8 (n=6) und 9 (n=4) durchgeführt worden.

Ihre  Analyse ergab bei dieser – zugegeben sehr kleinen - Patientengruppe eine effektive Klappenöffnungsfläche von 1,60 cm2 und einen mittleren Druckgradienten von 6,7 mmHg. Das bestätige, dass beide Parameter auch jenseits von fünf Jahren nach einer TAVI bei diesen Patienten weitgehend stabil geblieben sind, so die Studienautoren.

Literatur

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Quelle:

kardiologie.org

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