Skip to main content
main-content

26.12.2017 | TAVI | Nachrichten

Perkutane Aortenklappen-Implantation

Neue Transkatheter-Aortenklappe glänzt mit guten klinischen Ergebnissen

Autor:
Peter Overbeck

Sicherheit und Effektivität der katheterbasierten Aortenklappen-Implantation bei schwerer Aortenstenose  lassen sich mit dem neuen CENTERA-Klappensystem möglicherweise weiter verbessern.  Als Vorteil sticht in einer aktuell publizierten Studie vor allem die sehr niedrige Rate an Schrittmacher-Implantationen hervor. 

Die bei Transkatheter-Aortenklappen-Implantationen (TAVI) verwendeten Klappenprothesen werden bezüglich ihres technischen Designs ständig weiter entwickelt. Vor allem hinsichtlich des Auftretens von paravalvulären Insuffizienzen nach TAVI-Prozeduren konnten dadurch in jüngster Zeit deutliche Verbesserungen erzielt werden.

Wünschenswert erscheint zudem, auch die Zahl der wegen aufgetretener Reizleitungsstörungen notwendigen Implantationen eines permanenten Schrittmachers nach TAVI weiter zu reduzieren. Dies scheint Ergebnissen einer neuen Studie zufolge mit dem  CENTERA-Klappensystem möglich zu sein.

In diese prospektive Studie waren an 23 Zentren in Europa, Australien und Neuseeland – darunter auch deutsche Zentren in Hamburg, München, Leipzig, Bad Segeberg, Karlsruhe und Berlin – insgesamt 203 Patienten (Durchschnittsalter 82,7 Jahre) mit schwerer symptomatischer Aortenstenose aufgenommen worden. In allen Fällen hatte ein multidisziplinäres „Herzteam“ ein erhöhtes Operationsrisiko attestiert.

Selbstexpandierende Klappenprothese

Bei 198 Teilnehmern (97,5%) konnte das  CENTERA-Klappensystem perkutan via transfemoraler Route erfolgreich implantiert werden. Bei dieser Transkatheter-Herzklappe der neuesten Generation handelt es sich um eine in drei Größen verfügbare selbstexpandierende Nitinol-Stentprothese, die über eine femorale Zugangsschleuse mit relativ kleinem Durchmesser (14 French) eingeführt werden kann. Ein motorgetriebenes Zuführsystem ermöglicht eine präzise Platzierung und gegebenenfalls auch eine Neupositionierung.

Für die aktuelle Publikation haben die Studienautoren um Prof. Herrmann Reichenspurner vom Universitären Herzzentrum Hamburg die in den ersten vier Wochen nach TAVI erhobenen klinischen Daten analysiert. Ihr Interesse galt dabei vor allem der 30-Tage-Mortalität (primärer Endpunkt), deren Rate mit 1% deutlich niedriger als erwartet war. Die Gesamtrate aller Schlaganfälle betrug 4%, die Rate an schweren, mit Behinderungen einhergehenden Schlaganfällen 2,5%. Neu aufgetretenes Vorhofflimmern wurde bei 8% aller Patienten diagnostiziert.

Schrittmacher-Rate bei nur 4,5%

Ein Ergebnis fällt als besonders auf: Nur bei 4,5% aller Patienten musste im Zusammenhang mit der perkutanen Aortenklappen-Implantation ein permanenter Schrittmacher implantiert werden – eine Rate, die von den Studienautoren als „außergewöhnlich niedrig“ erachtet wird. In anderen Studien mit selbstexpandierenden Transkatheter-Herzklappen hatten die entsprechenden Raten  zwischen 11,7% und 26,3% betragen. Ein mögliche Erklärung für die sehr niedrige Rate an Schrittmacher-Implantation könnte nach Ansicht von Reichenspurner und seinen Mitautoren die relativ niedrige Höhe des Stentrahmens (18 bis 23 mm) der CENTERA-Klappenprothese sein.

Moderat ausgeprägte paravalvuläre Insuffizienzen waren nach TAVI echokardiografisch bei 0,6% der Teilnehmer nachweisbar, schwere Insuffizienzen hingegen bei keinem. Der transvalvuläre Druckgradient sank nach Implantation der Transkatheter-Herzklappe  von 40,5 mmHg auf 7,2 mmHg. Der Anteil die Patienten, deren funktionelle Beeinträchtigung einen NYHA-Stadium III oder IV entsprechen, hatte sich 30 Tage nach der TAVI von zuvor 68,2% auf nur noch 7,0% verringert.

Die Frage ist nun, ob die guten klinischen Ergebnisse auch auf längere Sicht Bestand haben. Dazu bedarf es  größerer Studien mit längerer Beobachtungsdauer.

Literatur

Zurzeit meistgelesene Artikel

Highlights

17.09.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Highlights | Video

Schlaganfall bei Katheterablation: Was ist zu tun? Ein Fallbeispiel

Schlaganfälle gehören zu den schlimmsten Komplikationen bei Katheterablationen. Anhand eines Fallbeispiels erläutert PD. Dr. Charlotte Eitel, wie man vorgehen sollte, von der Diagnostik, dem Notfallmanagement bis zur Wiederaufnahme der Antikoagulation.

10.09.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Expertenvorträge | Video

S3-Leitlinie infarktbedingter kardiogener Schock: Die beste Revaskularisations-Strategie

Mehrgefäß- oder Einfach-PCI beim infarktbedingten kardiogenen Schock, welcher Stent und welcher Zugangsweg sind optimal? Prof. Malte Kelm erläutert, was dazu in der S3-Leitlinie steht. 

Aus der Kardiothek

17.09.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Highlights | Video

Schlaganfall bei Katheterablation: Was ist zu tun? Ein Fallbeispiel

Schlaganfälle gehören zu den schlimmsten Komplikationen bei Katheterablationen. Anhand eines Fallbeispiels erläutert PD. Dr. Charlotte Eitel, wie man vorgehen sollte, von der Diagnostik, dem Notfallmanagement bis zur Wiederaufnahme der Antikoagulation.

14.09.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Expertenvorträge | Video

Komplikation Perikardtamponade – was ist zu tun?

Eine typische Komplikation von Katheterablationen  sind Perikardtamponanden. Wie Sie diese erkennen und behandeln, erklärt PD. Dr. Andreas Metzner

13.09.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Expertenvorträge | Video

Notfall kardiogener Schock – Komplikationen erkennen und richtig behandeln

Mechanische Infarktkomplikationen sind oft tödlich. Prof. Uwe Janssens erläutert, welche Maßnahmen Sie in solch schwierigen Situationen ergreifen sollten, alles zum Komplikationsmanagement und Intensivmedizin.

Spezielle Katheterablations-Strategie bei ausgeprägtem Narbengewebe

Vortrag Prof. Dr. Thomas Deneke - Jahrestagung DGK 2018

Die ventrikuläre Tachykardie eines 54-jährigen Patienten mit zurückliegendem Hinterwandinfarkt soll mit einer Katheterablation beseitigt werden. Prof. Thomas Deneke entscheidet sich für eine unkonventionelle Strategie und erläutert wie das CT  in solchen Fällen helfen kann. 

Komplizierte Mehrgefäß-KHK bei einem jungen Patienten

Vortrag Priv.-Doz. Dr. Hans-Jörg Hippe Jahrestagung DGK 2018

Mehrere komplexe Stenosen bei einem 46-jährigen Patienten erfordern ein strategisch sinnvolles Vorgehen. Wofür sich das Team um PD Dr. Hans-Jörg Hippe vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Klinik entschieden hat, erfahren Sie in diesem Livecase. 

Interventioneller Verschluss eines Atriumseptumdefekts

Vortrag Prof. Dr. Horst Sievert Jahrestagung DGK 2018

Bei einem 56-jährigen Patienten wird zufällig ein Atriumseptumdefekt festgestellt.  Prof. Horst Sievert und sein Team vom St. Katharinen-Krankenhaus in Frankfurt entscheiden sich für einen interventionellen Verschluss. Sie finden dabei ein weiteres Loch. Was ist zu tun? Für welches Device sich das Team entscheidet und wie sie genau vorgehen, erfahren Sie in diesem Video. 

Bildnachweise