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11.01.2018 | TAVI | Nachrichten

Post-hoc Analyse der PARTNER II-Studie

Outcome nach TAVI: Kein Hinweis auf Geschlechterunterschied bei neueren Klappen

Autor:
Philipp Grätzel

In klinischen Studien mit TAVI-Klappen der frühen Generation überlebten Frauen teilweise länger als Männer. Eine Auswertung der PARTNER II-Studie zeigt jetzt, dass das bei den neueren SAPIEN 3-Klappen nicht mehr der Fall zu sein scheint.

Für die neue Analyse wurden die 1.661 Patienten der PARTNER II-Studie – sowohl Patienten mit hohem als auch jene mit intermediärem Risiko – im Hinblick auf Komorbiditäten, prozedurale Besonderheiten und Verlauf in Abhängigkeit vom Geschlecht ausgewertet. In der Gesamtkohorte zeigte sich dabei weder bei der 30-Tage-Mortalität (2,0% vs. 1,2%; p=0,20) noch bei der 1-Jahres-Mortalität (9,3% vs. 10,2%; p=0,59) ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Männern und Frauen.

Es gab auch keinen signifikanten Unterschied bei Schlaganfällen mit Behinderung, weder nach 30 Tagen noch nach einem Jahr. Die Frauen in der PARTNER II-Studie waren in beiden Risikogruppen gebrechlicher als die Männer, hatten dafür aber weniger Begleiterkrankungen. Der EuroSCORE bei den Männern war höher. 

Frauen erhielten erwartungsgemäß mehr Klappen mit einem Durchmesser von 23 mm oder weniger, und weniger Klappen mit einem Durchmesser von 29 mm.

Komplikationsraten bei Frauen und Männern

Was die Komplikationen angeht, hatten Frauen etwas mehr leichte Schlaganfälle als Männer, allerdings nur nach 30 Tagen, nicht mehr nach einem Jahr. Der einzige größere Unterschied bestand in der Rate der schweren Gefäßkomplikationen. Sie betrug bei Frauen 7,9% und bei Männern 4,4%, was statistisch signifikant (p=0,003) war. 

Was sich dagegen nicht unterschied, waren paravalvuläre Lecks. In älteren Studien wie der PARTNER-Studie gab es hier sehr wohl einen Unterschied, in diesem Fall zuungunsten der Männer.

In einem begleitenden Editorial weisen Dr. Brian Lindman und Dr. Robert Piana vom Vanderbilt Heart and Vascular Institute in Nashville, USA, darauf hin, dass es im Hinblick auf Geschlechtsunterschiede bei der TAVI noch andere ungeklärte Fragen gibt, die in der vorliegenden Analyse nicht beantwortet werden. 

So sei weiterhin unklar, ob Frauen und Männer nach TAVI beziehungsweise nach operativen Aortenklappenersatz jeweils ähnliche Prognosen haben, oder ob bei der Auswahl des Eingriffs auch das Geschlecht mit einbezogen werden sollte. So gebe es aus einigen Studien Hinweise, dass Frauen von einer TAVI überproportional profitierten.

Literatur

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