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17.03.2017 | TAVI | Nachrichten

ACC 2017: Therapie bei schwerer Aortenstenose

Stellenwert von TAVI bei „intermediärem“ Operationsrisiko gestärkt

Autor:
Peter Overbeck

Eine neue Studie festigt den therapeutischen Stellenwert der katheterbasierten  Aortenklappen-Implantation als Alternative zum chirurgischen Aortenklappen-Ersatz  bei Patienten mit schwerer Aortenstenose und „intermediärem“ Operationsrisiko.

Die interventionelle Transkatheter-Aortenklappen-Implantation  (TAVI) ist  heute  nicht mehr nur bei inoperablen Patienten oder solchen mit sehr hohem Operationsrisiko  eine  Option.  Nicht nur  in Deutschland  wird  auch bei Patienten  mit nicht so hohem Risiko inzwischen  immer häufiger die neue Aortenklappenprothese  auf perkutanem Weg mittels Katheter  implantiert.

PARTNER 2A war die erste randomisierte Studie,  die  gezeigt hat, dass die TAVI auch bei Patienten mit „intermediärem“ Operationsrisiko der chirurgischen Behandlung mindestens ebenbürtig ist.

Auch die jetzt beim Kongress des American College of Cardiology (ACC) in Washington DC vorgestellte SURTAVI-Studie bescheinigt der Transkatheter-Implantation bei  Aortenstenose nun klinische „Nicht-Unterlegenheit“ im Vergleich zur chirurgischen Therapie.  

Zeit für die  Klasse-IA-Empfehlung 

Mit beiden Studien hat sich die TAVI-Behandlung   nach Ansicht von SURTAVI-Studienleiter Dr. Michael  J. Reardon  –  er ist übrigens Herzchirurg  – nun definitiv eine „Klasse-IA-Empfehlung“  bei Patienten  mit intermediärem Operationsrisiko  in den Leitlinien  verdient. 

In die Studie wurden 1746  Patienten mit hochgradiger  symptomatischer Aortenklappenstenose, die ein  vom interdisziplinären „Herzteam“ als  intermediär  eingeschätztes  Operationsrisiko (mittlerer STS-PROM-Score 4,5 %)  hatten,  aufgenommen.  Die Teilnehmer wurden per Randomisierung  einer Gruppe  mit konventionellem chirurgischem Aortenklappen-Ersatz  oder einer TAVI-Gruppe - implantierte wurde das CoreValve-Klappensystem (Medtronic) -  zugeteilt. 

„Nicht-Unterlegenheit“ erneut bewiesen 

Primärer Endpunkt war die Gesamtrate für Todesfälle jeglicher Ursache und schwere Schlaganfälle zum Zeitpunkt nach zwei Jahren. Die entsprechenden Raten betrugen 12,6% (TAVI) und 14,0% (Chirurgie), so das von Reardon präsentierte SURTAVI-Hauptergebnis. Die statistischen Kriterien für den Nachweis einer „Nicht-Unterlegenheit“ der TAVI im Vergleich zur Klappenoperation waren damit erfüllt. Mit Blick auf die Gesamtmortalität lagen die Raten nach 30 Tagen bei 2,2% (TAVI) und 1,7% (Chirurgie) und nach zwei Jahren bei  11,4% respektive 11,6%. 

Schwere Schlaganfälle mit bleibenden Behinderungen waren nach zwei Jahren  bei den TAVI-Patienten seltenen zu verzeichnen (2,6% vs. 4,5%).  Auch von Vorhofflimmern oder  akuter Nierenschädigung  waren sie signifikant seltener betroffen, der Bedarf an Transfusionen war ebenfalls erheblich geringer. 

Die Patienten erholten sich nach dem interventionellen Eingriff an der Herzklappe deutlich rascher als nach der Operation. Die  TAVI führte zu einer signifikant besseren Klappen-Hämodynamik mit einem im Schnitt niedrigeren  transvalvulären Druckgradienten und einer größeren Öffnungsfläche im Vergleich zur chirurgischen Klappenprothese, berichtete Reardon. 

Aufseiten  des  operativen  Klappenersatzes waren als relative Vorteile  eine niedrigere Rate an residualen Klappeninsuffizienzen und vaskulären Komplikationen sowie eine niedrigere Rate an notwendigen Schrittmacher-Implantationen zu verbuchen.

 

Literatur

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