Skip to main content
main-content

01.08.2018 | TAVI | Nachrichten

Trotz fehlender Evidenz

US-Forscher sind besorgt: Immer mehr TAVI bei sehr jungen Patienten

Autor:
Veronika Schlimpert

Eine TAVI wird in den USA immer häufiger auch bei unter 55-jährigen Patienten vorgenommen. US-Mediziner sehen diesen Anstieg nicht unkritisch.

Die Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) sollte nach der aktuellen ESC-Leitlinie bei Patienten mit intermediärem bis hohem Risiko ab einem Alter von 75 Jahren den Vorzug vor einem operativen Klappenersatz erhalten. Immer häufiger erhalten in den USA aber auch deutlich jüngere Patienten eine TAVI, wie an einer Auswertung des „National Inpatient Samples“ (NIS) zu erkennen ist.

Betrug der Anteil der TAVI bei den ≤55-jährigen Patienten im Jahr 2012 gerade mal 1,2%, erhielten 2015 bereits 3,5% der Patienten in dieser Altersgruppe eine TAVI statt einem chirurgischen Aortenklappenersatz (surgical aortic valve replacement, SAVR). Bei den 56- bis 65-Jährigen stieg der Anteil von 2,5% auf 7,3%.

Evidenz nur für Alter ab 65 Jahre

Prof. Art Sedrakyan und Kollegen sehen diese Entwicklung durchaus kritisch: „Die Zulassungen und Leitlinienempfehlungen basieren auf randomisierten Studien, in denen die Wirksamkeit der TAVI hauptsächlich an Patienten in einem Alter über 65 Jahren geprüft wurde“, schreiben sie im „Journal of the American Medical Association“ (JAMA). Mehr als 80% der damaligen Studienteilnehmer seien älter als 75 Jahre alt gewesen. Und Daten zur Haltbarkeit der TAVI-Klappen fehlen, bemängeln sie.

„Patienten in einem Alter von 65 Jahren oder noch jünger sollten darüber aufgeklärt werden, dass die Evidenz für die Langzeitergebnisse der TAVI im Vergleich zur SAVR in dieser Altersgruppe begrenzt ist“, fordern die US-Mediziner.

Generell nahm die Zahl an TAVI-Eingriffen in den USA über die Jahre deutlich zu, von 1.531 Prozeduren im Jahr 2012 auf 5.567 im Jahr 2015. In allen Altersgruppen stieg der Anteil der TAVI gegenüber SAVR an; bei den ≥ 76-Jährigen wurden 2015 mehr als die Hälfte aller Aortenklappeneingriffe minimalinvasiv vorgenommen.

Literatur

Zurzeit meistgelesene Artikel

Highlights

13.11.2018 | AHA-Kongress 2018 | Highlights | Nachrichten

Ein Kommentar

Apple Watch ist zugelassen – die Jagd auf die rhythmologische Volksseuche ist eröffnet!

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat der neuen Apple Watch ihren „Segen“ für eine EKG-Funktion und als Methode zur Erkennung von Vorhofflimmern erteilt. Teils hat dieses Urteil für Erstaunen gesorgt ­– ein Kommentar.

Quelle:

kardiologie.org

Autor:
PD Dr. Stefan Perings

09.11.2018 | DGK Herztage 2018 | Highlights | Video

Sollte jede nicht-aktive Sonde explantiert werden?

Es kann gefährlich sein, stillgelegte Sonden nicht sofort zu entfernen. Aber nicht bei jedem Patienten ist eine frühe Explantation sinnvoll. Was Prof. Thomas Blum empfiehlt, hören Sie in diesem Vortrag.

Aus der Kardiothek

09.11.2018 | DGK Herztage 2018 | Highlights | Video

Sollte jede nicht-aktive Sonde explantiert werden?

Es kann gefährlich sein, stillgelegte Sonden nicht sofort zu entfernen. Aber nicht bei jedem Patienten ist eine frühe Explantation sinnvoll. Was Prof. Thomas Blum empfiehlt, hören Sie in diesem Vortrag.

07.11.2018 | DGK Herztage 2018 | Highlights | Video

Spezielles System zum Vorhofohr-Verschluss – ein Fallbeispiel mit Details

Mit einem speziellen epikardialen Ligatursystem lässt sich sowohl der Vorhof elektrisch isolieren als auch anatomisch verschließen. Die Implantation ist allerdings nicht ganz einfach. Wie man dabei vorgeht, erklärt Prof. Thomas Deneke an einem Patientenfall. 

06.11.2018 | DGK Herztage 2018 | Highlights | Video

Kontroverser Fall: So kann man wiederkehrendes Vorhofflimmern auch behandeln

Ein Patient leidet an wiederkehrendem Vorhofflimmern. Das Team um Prof. Boris Schmidt entscheidet sich für eine ungewöhnliche Strategie: die Implantation eines endokardialen Watchmann-Okkluders, um den linken Vorhof zu isolieren. Das genaue Prozedere sehen Sie hier. 

Spezielles System zum Vorhofohr-Verschluss – ein Fallbeispiel mit Details

DGK Herztage 2018 - Interview Prof. Dr. Thomas Deneke

Mit einem speziellen epikardialen Ligatursystem lässt sich sowohl der Vorhof elektrisch isolieren als auch anatomisch verschließen. Die Implantation ist allerdings nicht ganz einfach. Wie man dabei vorgeht, erklärt Prof. Thomas Deneke an einem Patientenfall. 

Kontroverser Fall: So kann man wiederkehrendes Vorhofflimmern auch behandeln

DGK Herztage 2018 - Interview Prof. Dr. Boris Schmidt

Ein Patient leidet an wiederkehrendem Vorhofflimmern. Das Team um Prof. Boris Schmidt entscheidet sich für eine ungewöhnliche Strategie: die Implantation eines endokardialen Watchmann-Okkluders, um den linken Vorhof zu isolieren. Das genaue Prozedere sehen Sie hier. 

Spezielle Katheterablations-Strategie bei ausgeprägtem Narbengewebe

Vortrag Prof. Dr. Thomas Deneke - Jahrestagung DGK 2018

Die ventrikuläre Tachykardie eines 54-jährigen Patienten mit zurückliegendem Hinterwandinfarkt soll mit einer Katheterablation beseitigt werden. Prof. Thomas Deneke entscheidet sich für eine unkonventionelle Strategie und erläutert wie das CT  in solchen Fällen helfen kann. 

Bildnachweise