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26.09.2018 | TCT-Kongress 2018 | Nachrichten

Koronarinterventionen

Bessere Ergebnisse bei IVUS-geführter Stentimplantation

Autor:
Philipp Grätzel

Die randomisierte ULTIMATE-Studie zeigt einmal mehr, dass eine Stentplatzierung unter Ultraschallkontrolle Vorteile für die Patienten hat. Die Rate an Patienten mit Zielgefäßversagen nach einem Jahr ist bei einer Stent-Planung mit IVUS niedriger.

Der Einsatz des intravaskulären Ultraschalls (IVUS) bei Stentimplantationen wird international sehr unterschiedlich gehandhabt. Während zum Beispiel in Japan neun von zehn PCI unter IVUS-Kontrolle durchgeführt werden, ist die Quote in Deutschland relativ gering. 

Bei der TCT-Tagung in San Diego wurde jetzt die ULTIMATE-Studie vorgestellt, an der 1.448 KHK-Patienten mit PCI aus acht chinesischen Zentren teilnahmen. Es handelte sich um eine so genannte All-comer-Population, es wurden also keine Patienten ausgeschlossen.

In China wird der IVUS bei etwa jeder fünften PCI eingesetzt. Für die ULTIMATE-Studie wurden die Patienten randomisiert zu entweder IVUS-geführter oder rein angiografisch geführter DES-Implantation. Primärer Endpunkt war die Rate an Zielgefäßversagen (TVF) nach einem Jahr. 

Deutlich weniger Zielgefäßversagen

Und die war deutlich geringer, wenn der IVUS genutzt wurde, wie Dr. Junjie Zhang von der Medizinischen Universität Nanjing beim TCT berichtete. Die Ergebnisse wurden zeitgleich im "Journal of the American College of Cardiology" publiziert.

Nur bei 2,9% der Patienten, bei denen ein IVUS eingesetzt wurde, kam es zu einem TVF. In der Gruppe mit konventionell-angiografischer Stentplatzierung waren es annähernd doppelt so viele, nämlich 5,4%. 

Hinsichtlich diverser sekundärer Endpunkte, unter anderem kardialer Tod, Reinfarkt im Zielgefäß sowie Revaskularisation von Zielgefäß oder Zielläsion, gab es keine Unterschiede.

Aber Prozedur dauerte länger...

Was den Zugangsweg angeht, kam in der ULTIMATE-Studie in beiden Armen weit überwiegend, zu rund 95%, ein transradialer Zugang zum Einsatz. Erwartungsgemäß war die Dauer der Prozedur mit im Mittel 61 Minuten in der IVUS-Gruppe länger als in der konventionellen Gruppe, wo es im Mittel 45 Minuten dauerte. 

..und mehr Kontrastmittel war nötig

Es wurde auch mehr Kontrastmittel benötigt, im Mittel 178 gegenüber 161 Milliliter. Die Rate an Patienten, die eine kontrastmittelinduzierte Nephropathie entwickelten, betrug 7,9% in der IVUS-Gruppe und 5,8% in der Gruppe mit Standardversorgung. Dieser Unterschied war statistisch nicht signifikant.

Woran lag das bessere Abschneiden in der IVUS-Gruppe? Der Vergleich der Prozedurencharakteristika zeigt, dass im Mittel etwas längere Stents mit etwas größerem Durchmesser gewählt wurden. Es wurde häufiger und mit mehr Druck postdilatiert, mit dem Ergebnis, dass die minimalen Lumen-Durchmesser nach der DES-Implantation in der IVUS-Gruppe größer waren. Die Gesamtzahl der Stents unterschied sich nicht, und auch der Anteil der Patienten mit kompletten Revaskularisationen war gleich.

Literatur

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