Nachrichten 09.11.2021

Aortenstenose: 5-Jahres-Ergebnisse nach TAVI und Herzklappen-OP gleich gut

Die weniger invasive Methode der Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) liegt bei älteren Patienten mit Aortenstenose und intermediärem Operationsrisiko auch nach fünf Jahren bezüglich der klinischen Ergebnisse auf gleicher Linie wie der operative Klappenersatz.

Die SURTAVI-Studie markiert ein wichtiges Kapitel in der Erfolgsgeschichte, die die als TAVI bekannte Methode der kathetergestützten Implantation von Aortenklappen-Prothesen in jüngster Zeit geschrieben hat. Ebenso wie in der PARTNER-2A-Studie standen auch in SURTAVI speziell Patienten mit schwerer Aortenstenose und intermediärem Operationsrisiko im Blickpunkt.

Wie bereits zuvor eine Analyse der 2-Jahres-Daten bestätigt nun auch eine auf den 5-Jahres-Daten gründende SURTAVI-Analyse, dass sich TAVI – zum Einsatz kam dabei die selbstexpandierende CoreValve-Klappe – und operativer Aortenklappen-Ersatz (AKE) bei dieser Patientengruppe in ihren klinischen Ergebnissen kaum unterscheiden.

Nahezu gleiche Raten für den primären Endpunkt

Die Raten für den primären Studienendpunkt (Todesfälle jeglicher Ursache und schwere Schlaganfälle mit bleibender Behinderung) waren mit 31,3% (TAVI-Gruppe) versus 30,8% (AKE-Gruppe) auch nach fünf Jahren noch nahezu gleich (HR 1,.02; 95% CI 0,85-1,22, p=0,85), berichtete Dr. Nicolas Van Mieghem vom Erasmus University Medical Center in Rotterdam, der die neuen SURTAVI-Ergebnisse beim Kongress TCT 2021 vorgestellt hat. Die entsprechenden Ereignisraten waren dabei sowohl in den ersten zwei Jahren (12,7% vs. 12,7%) als auch im Zeitraum zwischen dem 3. und 5. Jahr (21,3% vs. 20,7%) praktisch identisch.

Die Rate an Reinterventionen war nach TAVI höher als nach AKE, allerdings war der Unterschied nur in den ersten zwei Jahren signifikant (2,5% vs. 0,5%, p=0,002), in der drei Folgejahren dagegen nicht mehr (1,0% vs. 1,3%, p=0,60). Die Rate an Schrittmacher-Implantationen war nach fünf Jahren bei Patienten mit kathetergestützter Aortenklappen-Implantation signifikant höher als nach chirurgischem Aortenklappen-Ersatz (35,8% vs. 14,6%, p < 0,001).

Hämodynamische Parameter besser in der TAVI-Gruppe

Im Hinblick auf hämodynamische Parameter der Klappenfunktion wie Druckgradient und Klappenöffnungsfläche waren die Ergebnisse auch nach fünf Jahren in der TAVI-Gruppe immer noch signifikant besser als in der AKE-Gruppe. Milde bis mäßigradige paravalvuläre Undichtigkeiten („Leaks“) wurden dagegen nach chirurgischem Aortenklappen-Ersatz signifikant seltener dokumentiert als nach TAVI-Prozeduren. Klappenthrombosen und Endokarditiden waren als Komplikationen in beiden Gruppen nur selten zu verzeichnen, berichtete Van Mieghem.

Zu bedenken ist, dass SURTAVI eine Studie bei älteren Patienten war. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei knapp 80 Jahren. Rückschlüsse auf den Langzeiterfolg der TAVI bei jüngeren Patienten mit Aortenstenose, die mittlerweile als Kandidaten für den kathetergeführten Herzklappen-Ersatz immer stärker ins Blickfeld rücken, lassen sich aus den aktuell präsentierten Ergebnissen nicht ziehen.

Überwiegend TAVI-System der frühen Generation verwendet

An der SURTAVI-Studie waren 1,746 Patienten mit Aortenstenose beteiligt, die ein von interdisziplinären Herzteams als intermediär eingeschätztes Operationsrisiko (mittlerer STS-PROM-Score 4,5 %) hatten. Im TAVI-Arm der Studie ist mit dem CoreValve-System bei den meisten Teilnehmern (84%) ein TAVI-Device der frühen Generation implantiert worden. Mittlerweile haben technische Weiterentwicklungen dieses Systems Eingang in die klinische Praxis gefunden.

Literatur

SURTAVI: Five-Year Results From a Randomized Trial of TAVR vs. SAVR in Patients at Intermediate Surgical Risk. Vorgestellt in der Late-Breaking Clinical Trials Session II beim Kongress TCT 2021, 4. – 6. November 2021

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