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19.05.2016 | Nachrichten | Onlineartikel

Neue Studie deckt auf

Transradiale PCI: Häufige Nachwirkungen an Arm und Hand

Autor:
Peter Overbeck

Als Gefäßzugang bei perkutanen Koronarinterventionen hat die Arteria radials klare Vorteile. Neue Studiendaten deuten aber auch darauf hin, dass nicht wenige Patienten nach transradialen Katheter-Eingriffen funktionelle Einschränkungen an Unterarm und Hand verspüren.

Als primärer vaskulärer Zugangsweg bei perkutaner Koronarintervention (PCI) wird inzwischen in vielen Ländern die Arteria radialis bevorzugt. Denn große Studien wie MATRIX haben deutliche klinische Vorteile der transradialen gegenüber der transfemoralen PCI offenbart, darunter eine Reduktion von Gesamtmortalität und von schweren Blutungen.

Diese Vorteile werden durch eine neue Studie keineswegs in Frage gestellt, in der niederländische Untersucher erstmals möglich Folgeprobleme transradialer Koronarinterventionen an der oberen Extremität genauer unter die Lupe genommen haben. Gleichwohl geht aus ersten Zwischenergebnissen dieser Studie hervor, dass knapp 75 % aller Patienten zwei Wochen nach einer PCI via Radialisroute noch immer gewisse funktionelle Beeinträchtigungen an Hand und Unterarm empfanden. Im Vergleich zur nicht punktierten oberen Extremität bestand ein signifikanter Unterschied.

Verminderte Kraft im Handgelenk

Als häufigste Dysfunktionen wurden eine eingeschränkte Kraft im Handgelenk, volumetrisch objektivierbare Schwellungen und Ödeme der Hand sowie ein vermindertes Empfindungsvermögen in den Fingerspitzen festgestellt, berichtete Studienleiterin Dr. Eva Zwaan aus Dordrecht bei Kongress EuroPCR 2016 in Paris.

Bislang sind 191 Patienten untersucht worden, von denen 143 funktionelle Beschwerden aufwiesen, während 48 beschwerdefrei waren. Bei 9,8 % aller Patienten mit Dysfunktionen wurden bei der dopplersonografischen Untersuchung Verschlüsse der Arteria radialis festgestellt. Patienten mit funktionellen Einschränkungen waren im Schnitt signifikant jünger als Patienten ohne Problem an Hand und Unterarm (63,4 vs. 67,5 Jahre).

Follow-up über sechs Monate geplant

Zur Messung von Dysfunktionen an den oberen Extremitäten haben die Studienautoren gemeinsam mit zwei erfahrenen Handchirurgen eigens einen binären Score entwickelt. Damit wurden die per Fragebogen erfassten Symptome und die bei volumetrischen Messungen sowie bei der Prüfung etwa von Griffstärke oder Flexion des Handgelenks erhobenen Befunde quantifiziert.

Die Gruppe um Zwaan plant, insgesamt 500 Patienten in die Studie aufzunehmen. Derzeit ist eine Follow-up-Dauer von sechs Monaten vorgesehen. Nach Ablauf dieser Zeit wird sich zeigen, ob und wie häufig die in den ersten Wochen nach transradialer PCI verspürten Einschränkungen auch längerfristig bestehen bleiben. 

Literatur

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