Skip to main content
main-content

30.07.2015 | Nachrichten

Nach Bypass-Operationen

Typ-1-Diabetes: Blutzucker prädiktiv für kardiovaskuläres Risiko

Autor:
Peter Overbeck

Auch Patienten mit Typ-1-Diabetes unterliegen einem hohen Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Dieses Risiko steht in direkter Beziehung zur Qualität der Blutzuckereinstellung, wie eine neue Studie aus Schweden zeigt.

Sagt der präoperative HbA1c-Wert von Patienten mit Typ-1-Diabetes und anstehender koronarer Bypass-Operation etwas darüber aus, wie hoch in der Folgezeit das Risiko für Tod und kardiovaskuläre Ereignisse ist? Schwedische Forscher um Dr. Thomas Nyström aus Stockholm haben versucht, diese Frage in einer Studie zu klären. Dazu nutzen sie Patientendaten aus dem SWEDEHEART-System, ein webbasiertes landesweites Register für Patienten mit Koronarerkrankungen in Schweden, sowie aus dem nationalen Diabetes-Register des Landes.

Risiko nach Bypass-OP analysiert

Insgesamt wurden 764 Patienten mit Typ-1-Diabetes ausfindig gemacht, bei denen in der Zeit zwischen 1997 und 2012 eine koronare Bypass-Operation durchgeführt worden war. Aus allen verfügbaren HbA1c-Werten vor der Operation wurden die mittleren präoperativen HbA1c-Werte dieser Patienten errechnet.

Je nachdem, ob diese Werte unter 7 Prozent, im Bereich zwischen 7,1 bis 8 Prozent, 8,1 bis 9 Prozent, 9,1 bis 10 Prozent oder über 10 Prozent lag, wurden die Patienten einer von fünf HbA1c-Kategorien zugeordnet. Dann wurde analysiert, wie hoch in der Folgezeit (im Median 4,7 Jahre) das Risiko für Tod und kardiovaskuläre Ereignisse in Abhängigkeit von diesen Blutzucker-Kategorien war.

HbA1c-Erhöhung um 1 Prozentpunkt = Risikoerhöhung um 18 Prozent

In Relation zum Referenzwert (HbA1c gleich oder niedriger als 7 Prozent) war jede höheren HbA1c-Kategorie mit einer weiteren Zunahme von Todesfällen und kardiovaskulären Ereignissen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, oder wiederholte Revaskularisation) assoziiert. Schon bei HbA1c-Werten im Bereich zwischen 7,1 und 8 Prozent war dieses Risiko um 34 Prozent erhöht, bei extrem hohen Werten im Bereich über 10 Prozent betrug die Risikoerhöhung gar 125 Prozent.

Die Analyse von HbA1c als kontinuierliche Variable ergab, dass jede HbA1c-Erhöhung um 1 Prozentpunkt mit einer relativen Zunahme des Risikos für Tod und kardiovaskuläre Ereignisse um 18 Prozent assoziiert war.

Literatur

Das könnte Sie auch interessieren