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24.03.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Expertenblickpunkt ACC 2015

Überzeugende Fünfjahres Ergebnisse der PARTNER 1 Studie.

Autor:
PD Dr. Stefan Perings

Seit den ersten transfemoral implantierten Aortenklappen wird intensiv darüber diskutiert ob die Methode der operativen Sanierung ebenbürtig ist. Insbesondere im Hinblick auf die Langlebigkeit des zumeist im Katheterlabor von interventionellen Kardiologen implantierten Aortenklappensatzes bestanden lange Zeit Zweifel.

Zumindest was die Fünfjahresdaten angeht konnten diese Zweifel mit der Vorstellung der vorerst finalen Daten ausgeräumt werden. Im Rahmen der Partnerstudie wurden die ersten verfügbaren transfemoral implantierbaren Aortenklappen (TAVI) untersucht. Von 3105 Hochrisiko Patienten wurden schlussendlich 699 in die Studie eingeschlossen. Die Patienten wurden entweder der klassisch chirurgischen Operation zugeordnet oder interventionell über einen transfemoralen oder transapikalen Zugang therapiert.

Der durchschnittliche Risikoscore (Society of Thoracic Surgeons Predicted Risk of Mortality score) war mit 11,7 % sehr hoch. Nach 5 Jahren war das Risiko zu versterben in der interventionell behandelten Gruppe mit 67,8 % im Vergleich zu der chirurgischen Gruppe mit 62,4 % statistisch nicht signifikant unterschiedlich. In keiner der beiden Gruppen wurden echokardiographische Zeichen einer Verschlechterung der Klappenfunktion nachgewiesen die eine chirurgische Korrektur erfordert hätten.

Ein signifikanter Unterschied zeigte sich jedoch im Hinblick auf mittel- bis schwere Aortenklappeninsuffizienzen, welche in 14 % aller TAVI Patienten und lediglich in 1 % der chirurgisch versorgten Patienten gesehen wurden. Patienten mit einer relevanten Aortenklappeninsuffizienz hatten dementsprechend auch ein erhöhtes Fünfjahresmortalitätsrisiko von 72,4 % im Vergleich zu 56,6 % für Patienten mit nur leichter oder gar keiner Insuffizienz.

Zusammengefasst konnte gezeigt werden, dass nach 5 Jahren bei Hochrisiko Patienten mit schwerer Aortenstenose keine signifikanten Unterschiede in der Gesamtmortalität, der Rate an Schlaganfällen, der NYHA Klassifikation, der Rehospitalisierung oder der Klappen Hämodynamik gefunden wurden. Allerdings ist das Auftreten einer mittel- bis höhergradigen Aortenklappeninsuffizienz mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden. Die Autoren schlussfolgern konsequenterweise, dass der Interventionelle Klappenersatz als eine Alternative zum chirurgischen Vorgehen bei Hochrisiko Patienten mit schwerer Aortenstenose angesehen werden kann.

In unserer Kolumne „Expertenblickpunkt“ hebt ein Experte aus Klinik oder Praxis besondere Inhalte von Kongressen und aus der aktuellen kardiologischen Berichterstattung hervor.
Dr. Stefan Perings, ist geschäftsführender Mitherausgeber von „kardiologie.org". Er arbeitet als niedergelassener Kardiologe und Partner im CardioCentrum Düsseldorf sowie in der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf. Seit 2012 ist er stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK)und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

Literatur
Bildnachweise