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27.02.2017 | Vaskuläre Erkrankungen | Nachrichten

Aspirationstechnik versus Stent-Retriever

Schlaganfall: Zwei Methoden der Thrombektomie gleich effektiv

Autor:
Peter Overbeck

Als Methode zur mechanischen Thrombektomie bei akutem Schlaganfall infolge eines proximalen Verschlusses  großer Hirnarterien scheint die direkte Thrombusaspiration  ebenso effektiv  zu sein wie sogenannte Stent-Retriever. Beide katheterbasierte Verfahren sind in der ASTER-Studie direkt miteinander verglichen worden.

Bei ischämischen Schlaganfällen, ausgelöst durch akute Verschlüsse in großen hirnzuführenden Arterien, besteht heute neben der Lysetherapie auch die Möglichkeit, das verstopfende Blutgerinnsel  mechanisch mit Hilfe von speziellen Kathetersystemen  zu entfernen. Häufig werden dazu sogenannte  Stent-Retriever genutzt. Das sind Mikrokatheter, an deren  Spitze sich ein entfaltbares Gittergeflecht befindet.  In dessen Maschen verfängt sich  der Thrombus, der dann entfernt werden kann.

Eine zweite Option zur mechanischen Entfernung von Blutgerinnseln aus Hirnarterien sind Kathetersysteme  zur  direkten Aspirationsthrombektomie. Dabei wird der Thrombus mithilfe einer Pumpe, welche einen starken Unterdruck erzeugt, direkt an die Katheterspitze angesaugt (aspiriert) und mit dem Katheter aus der Hirnarterie gezogen.

Direktvergleich in der ASTER-Studie

Gibt es Gründe, eine der beiden Methoden vorrangig zu verwenden? Darüber sollte die Vergleichsstudie ASTER Aufschluss geben. In dieser randomisierten Studie ist die Aspirationthrombektomie – zum Einsatz kam die ADAPT-Technik (A Direct Aspiration first Pass Technique)  –  direkt mit der Stent-Retriever-Methode bezüglich Effektivität verglichen  worden. Primäres Vergleichskriterium war die erfolgreiche  Reperfusion (TICI-Score 2b oder 3) der betroffenen Hirnarterie.

In die ASTER-Studie sind an Zentren in Frankreich insgesamt 381 Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall infolge eines Verschlusses in großen Hirnarterien aufgenommen und nach Randomisierung mit einer von beiden Thrombektomie-Methoden  behandelt worden. Nach drei erfolglosen Behandlungsversuchen  mit der primär verwendeten Methode konnte auf ein anderes Verfahren zurückgegriffen werden (Rescue-Therapie). Dr. Bertrand Lapergue vom Hôpital Foch in  Suresnes hat die Ergebnisse bei der International Stroke Conference (ISC) im texanischen Houston vorgestellt.

Gleiche Erfolgsraten bei der Reperfusion

Bezüglich der erreichten Reperfusion  lagen beide Methoden am Ende gleichauf. Die Raten für eine als erfolgreich bewertete Rekanalisation (TICI 2b/3) waren mit 85,4% (ADAPT) und 83,1% (Stent-Retriever) nicht signifikant unterschiedlich. Auch gemessen am Kriterium der kompletten Perfusion mit Füllung aller distalen Äste (TICI 3) ergaben sich annähernd gleiche Erfolgsraten (37,5% vs. 38,6%).

Zwar war der Anteil der Patienten, bei denen eine Rescue-Therapie erforderlich war, in der Gruppe mit Aspirationsthrombektomie numerisch höher als in der Gruppe mit Stent-Retriever-Behandlung (32,6% vs. 23,8%), jedoch erwies sich  dieser Unterschied als statistisch nicht signifikant (p=0,053).

Literatur

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