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23.04.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Obstruktive Schlafapnoe

Vorhofflimmern: Hält Atemmaske das Herz im Takt?

Autor:
Philipp Grätzel

Hilft eine nächtliche CPAP-Beatmung bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe auch gegen Episoden intermittierenden Vorhofflimmerns? Eine Metaanalyse deutet zumindest stark in diese Richtung.

Obstruktive Schlafapnoe (OSA) und Vorhofflimmern gehen häufig Hand in Hand. Es ist auch schon lange bekannt, dass eine OSA bei intermittierendem Vorhofflimmern die Wahrscheinlichkeit von Rezidiven erhöht. Hinweise darauf, dass die OSA-Standardtherapie, die nächtliche CPAP-Beatmung, günstige Einflüsse nicht nur auf Schlafapnoe und kardiovaskuläres Risiko, sondern konkret auch auf Vorhofflimmern haben könnte, gab es bereits in mehreren Kohortenstudien.

Kardiologen um Dr. Ashish Shukla von der Kardiologischen Klinik der New York State University in Buffalo haben jetzt in einer Metaanalyse sieben dieser Kohortenstudien gemeinsam ausgewertet, sodass sie insgesamt auf Daten von 1.087 Patienten zurückgreifen konnten. Primärer Endpunkt waren Rezidive von intermittierendem Vorhofflimmern. Für den sekundären Endpunkt wurden Patienten mit Katheterablation von Vorhofflimmern (Pulmonalvenenisolation) separat ausgewertet.

CPAP-Therapie: 42 Prozent weniger Arrhythmierezidive

Es zeigte sich, dass in der Gesamtauswertung die CPAP-Therapie mit einem um 42 Prozent niedrigeren Risiko von Vorhofflimmerrezidiven einherging. 33,3 Prozent der regelmäßigen CPAP-Nutzer erlebten in den jeweiligen Studienzeiträumen – im Median 12 Monate – Vorhofflimmern-Rezidive, verglichen mit 58,1 Prozent bei Patienten, die die CPAP-Beatmung nach eigenen Angaben nicht regelmäßig nutzten. Das war statistisch hoch signifikant (RR 0,58; 95% CI 0,51–0,67).

Ein niedrigeres Rezidivrisiko bei CPAP-Beatmung wurde in gleichem Umfang sowohl bei Patienten nach Pulmonalvenenisolation als auch bei Patienten, die rein medikamentös behandelt wurden, beobachtet.

Ruf nach randomisierter Studie

In ihrem Ausblick vertreten die Autoren die Auffassung, dass die CPAP-Beatmung bei Patienten mit Vorhofflimmern der dritte wesentliche Behandlungspfeiler neben Katheterablation und medikamentöser Therapie werden könnte – sofern eine OSA vorliegt.

Eine randomisierte Studie, die den Effekt der CPAP-Beatmung auf Vorhofflimmern gezielt untersucht, sei jetzt dringend geboten. Daten aus randomisierten Studien speziell zu dieser Fragestellung gibt es bisher nämlich nicht.

Literatur

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