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25.04.2018 | Vorhofflimmern | Nachrichten

Neuer Praxisleitfaden

10 Dinge, die Sie beim Einsatz von NOAK beachten sollten

Autor:
Veronika Schlimpert

Erst kürzlich ist ein neuer NOAK-Praxisleitfaden erschienen, der in komplizierten Situationen eine Hilfestellung geben soll. Die Autoren haben nun die zehn wichtigsten Empfehlungen zum Einsatz der neuen oralen Antikoagulanzien zusammengefasst.

Ein neuer Praxisleitfaden zum Einsatz der neuen oralen Antikoagulanzien (NOAK) soll Ärzten eine Hilfestellung in Situationen geben, in denen der Einsatz dieser Substanzen noch nicht ausreichend untersucht ist. Über die Hintergründe dieses Konsensuspapiers hat kardiologie.org bereits ausführlich berichtet (Neuer Praxisleitfaden: Wie Sie NOAKs richtig anwenden). Die beiden Autoren PD Dr. Jan Steffel und Prof. Hein Heidbuchel haben nun die zehn wichtigsten Empfehlungen zusammengefasst:

  1.  Im Prinzip können NOAK bei allen Patienten mit Herzklappenerkrankungen eingesetzt werden. Eine Ausnahme stellen Patienten mit mechanischen Herzklappenerkrankungen und solche mit rheumatischer Mitralklappenstenose dar.
  2. Es wird empfohlen allen Patienten, bei denen eine NOAK-Therapie begonnen wird oder bereits besteht,  die neue EHRA NOAK-Karte auszuhändigen. Die Karte enthält relevante Informationen des Patienten, die im Notfall wichtig sein können. Es wird dazu geraten, diese einheitliche Karte zu verwenden statt die von jeweiligen Herstellern zur Verfügung gestellten Karten. Das Dokument steht bald in mehreren Sprachen unter www.NOACforAF.eu zum Download bereit.
  3. Zur Sicherstellung einer optimalen Therapieadhärenz sollten die Patienten aufgeklärt und ihnen entsprechende Hilfestellungen wie Pillenboxen, Kalender und elektronische Erinnerungsfunktionen an die Hand gegeben werden.
  4. Wenn immer möglich, sollte die empfohlenen Dosierungen eingehalten werden, um die Effektivität der Therapie zu gewährleisten. Eine Dosisreduktion sollte primär nach den entsprechenden Kriterien der großen Zulassungsstudien erfolgen.
  5. Bei jedem Patienten, bei dem eine NOAK-Therapie begonnen wird, sollten potenzielle Medikamentenwechselwirkungen überprüft werden. Gegebenenfalls sollte auf eine alternative Substanz bei den NOAKs oder der relevanten Begleittherapie ausgewichen werden.
  6. Die Nierenfunktion sollte über den Kreatinin-Wert bzw. die Kreatinin-Clearance  (CrCl) evaluiert und in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Als mögliche Faustregel gilt: mindestens eine Kontrolle in Monaten = CrCl/10 .
  7. Eine routinemäßige Bestimmung der Plasmakonzentrationen ist nicht notwendig. In seltenen Situationen kann diese aber sinnvoll sein, z. B. in Notfällen wie schweren Blutungen, dringenden Operationen und Schlaganfällen oder wenn die Patienten komplexe Charakteristika aufweisen z. B. bei zahlreichen relevanten Medikamentenwechselwirkungen, deutlichem Unter- oder Übergewicht oder eingeschränkter Nierenfunktion.
  8. Bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung (KHK) und Vorhofflimmern können NOAKs in Kombination mit Plättchenhemmern eingesetzt und sollten gegenüber Vitamin-K-Antagonisten (VKA) bevorzugt verwendet werden. Die Dauer der Triple-Therapie sollte in Anbetracht der vorhandenen Risikofaktoren für Schlaganfall, Thrombosen und Blutungen individuell und so kurz wie möglich festgelegt werden. Als Startpunkt für eine individualisierte Therapie wird empfohlen: 1 Woche nach elektiven Stenting und 3 Monate nach einer perkutanen Intervention eines akuten Koronarsyndroms.
  9. Bei speziellen Patienten, die unter einer NOAK-Therapie einen akuten Schlaganfall erleiden, sollte bevorzugt eine endovaskuläre Thrombektomie zum Einsatz kommen, falls der Eingriff indiziert und möglich ist.
  10. Gebrechliche und ältere Patienten sollten aufgrund des erhöhten Schlaganfallrisikos nicht untertherapiert werden. Die Effizienz und Sicherheit der NOAKs ist auch für diese Hochrisikogruppe hinreichend belegt worden.  
Literatur

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