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04.05.2018 | Vorhofflimmern | Nachrichten

Analyse von US-Registerdaten

Akuter Schlaganfall: Immer häufiger ist Vorhofflimmern im Spiel

Autor:
Peter Overbeck

Der Anteil der Patienten mit akutem Schlaganfall, bei denen gleichzeitig Vorhofflimmern besteht, scheint immer größer zu werden. Darauf deuten Ergebnisse einer Analyse von landesweit erhobenen Registerdaten aus den USA hin.

Die Prävalenz von Vorhofflimmern bei Patienten, die mit akutem ischämischem Schlaganfall zur Behandlung in die Klinik kommen,  ist  innerhalb eines Jahrzehnts in den USA von rund 16% auf 20% angestiegen. An der bekannten Tatsache, dass das Sterberisiko bei mit Vorhofflimmern assoziierten Schlaganfällen ungeachtet aller Verbesserungen in der Akuttherapie höher als bei nicht mit dieser Arrhythmie einhergehenden Schlaganfällen ist, hat sich in dieser Zeit anscheinend wenig geändert.

Zu diesem Ergebnis gelangen US-Untersucher um Dr. Mohamad Alkhouli vom West Virginia University Heart & Vascular Institute in Morgantown, West Virginia, in einer aktuellen Studie. Basis ihrer Analyse bildeten zwischen 2003 und 2014 erhobene Registerdaten von 930.010 Patienten, die wegen eines akuten ischämischen Schlaganfalls an 1000 Kliniken in 45 US-Bundestaaten in stationärer Behandlung waren.

Anteil mit Vorhofflimmern um 24% angestiegen

Lag der Anteil derjenigen Schlaganfall-Patienten, die gleichzeitig Vorhofflimmern hatten, im Jahr 2003 noch bei 16,4%, war 2014 ein Anstieg auf 20,4% zu verzeichnen – eine relative Zunahme um 24%. Besonders ausgeprägt war der Anstieg in den Subgruppen der weißen Patienten sowie der sehr alten Patienten (über 85 Jahre). So hatten im Jahr 2014 in der Altersgruppe der über 85-jährigen  Schlaganfall-Patienten 40% diese Arrhythmie.  

Ob die Zahlen eine reale Zunahme von Vorhofflimmern bei Patienten mit akutem Schlaganfall widerspiegeln, kann die Analyse allerdings nicht mit letzter Sicherheit klären. Möglich erscheint auch, dass die Arrhythmie aufgrund intensiverer Diagnostik nur häufiger entdeckt wurde.

Schlechtere Prognose bei Vorhofflimmern 

Um die Mortalität bei Patienten mit  und ohne Vorhofflimmern vergleichen zu können, generierten Alkhouli und seine Kollegen zwei „gematchte“, also weitgehend merkmalsgleiche Gruppen  mit jeweils 125.203 Patienten (propensity score matching). Die Analyse dieser Gruppen ergab, dass die Mortalität in der Zeit des Klinikaufenthaltes in der Gruppe der Schlaganfall-Patienten mit Vorhofflimmern signifikant höher war als in der Gruppe ohne diese Arrhythmie (9.9% vs. 6,1%, p<0,001). Der Unterschied blieb über die Zeit konstant. Vorhofflimmern war zudem mit einer höheren Inzidenz von akuten Nierenschädigungen, Blutungen und infektiös bedingten Komplikationen sowie mit höheren Kosten assoziiert.

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