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05.07.2019 | Vorhofflimmern | Nachrichten

Entscheidungsunterstützung

Antikoagulation bei Vorhofflimmern: Erinnern hilft

Autor:
Philipp Grätzel

Seit Einführung der Nicht-Vitamin K-Antikoagulanzien (NOAK) steigt der Anteil antikoagulierter Patienten mit Vorhofflimmern an, aber optimal sind die Quoten immer noch nicht. Mit einem digitalen Erinnerungs-Tool lässt sich das verbessern, und vielleicht lassen sich sogar klinische Ereignisse reduzieren.

Längst nicht bei jedem Patienten mit Vorhofflimmern, der von einer oralen Antikoagulation profitieren würde, wird bei einem Krankenhauskontakt auch wirklich mit dieser Behandlung begonnen. Das liegt unter anderem daran, dass die Schlaganfallprophylaxe mitunter schlicht vergessen wird, vor allem dann, wenn der Anlass für den Krankenhausaufenthalt ein ganz anderer war.

Am Brigham and Women’s Hospital in Boston haben Ärzte jetzt in der randomisierten ALERT-AF-Studie untersucht, ob ein IT-basiertes Alarmsystem daran etwas ändert. 458 Patienten mit Vorhofflimmern und CHA2DS2-VASc-Score von 1 oder darüber wurden vom aufnehmenden Arzt in Interventionsgruppe oder Kontrollgruppe randomisiert. Im Anschluss an den stationären Aufenthalt wurden dann die Krankenunterlagen ausgewertet. Dabei wurden, und das ist das Neue an der Studie, unterschiedliche Zeitpunkte analysiert, nämlich während des stationären Aufenthalts, zur Entlassung und 90 Tage danach. Außerdem wurde sekundär ein klinischer Endpunkt erhoben, ein Komposit aus Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall/TIA und systemische Embolie.

IT-basiertes Alarmsystem zeigte gute Ergebnisse

Die Ergebnisse sind recht eindrucksvoll. Was den Beginn einer oralen Antikoagulation angeht, lag die Quote während des stationären Aufenthalts bei 25,8 Prozent gegenüber 9,5 Prozent in der Kontrollgruppe. Bei Entlassung waren es 23,8 Prozent gegenüber 12,9 Prozent, und 90 Tage nach Entlassung 27,7 Prozent gegenüber 17,1 Prozent. Das alles war statistisch jeweils hoch signifikant zugunsten des Alarmsystems.

Die Unterschiede bei der Verschreibungshäufigkeit der oralen Antikoagulation gingen einher mit signifikant geringeren Raten an klinischen Ereignissen. Nach 90 Tagen hatten 11,3 Prozent der Patienten in der Interventionsgruppe, aber 21 Prozent in der Kontrollgruppe ein Ereignis gemäß dem klinischen Komposit-Endpunkt. (p=0,002) Getrieben wurde der Unterschied dabei von Herzinfarkten (1,2 Prozent vs. 8,6 Prozent) sowie Schlaganfällen/Embolien (null Prozent vs. 2,4 Prozent).

Literatur

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