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28.12.2017 | Vorhofflimmern | Nachrichten

Detektion per implantiertem Herzmonitor

Erneut bestätigt: Viele ältere Menschen haben unentdecktes Vorhofflimmern

Autor:
Peter Overbeck

Eine neue Studie bestätigt einmal mehr die hohe Prävalenz von subklinischem Vorhofflimmern bei älteren Menschen. Ein subkutan eingesetzter Herzmonitor war dabei bezüglich der Detektion wesentlich effektiver als ein 72-Stunden-Langzeit-EKG. Ob eine orale Antikoagulation in diesem Fall von Nutzen ist, muss noch geklärt werden.

In vielen Studien haben sich Untersucher bereits bei diversen Patientengruppen auf die systematische Suche nach bis dato unentdecktem Vorhofflimmern gemacht. Zu nennen sind unter anderen die Studien ASSERT, CRYSTAL-AF und ASSERT-II. Zum kontinuierlichen Herzrhythmus-Monitoring wurden dabei entweder im subkutanen Gewebe platzierte Herzmonitore oder die Speicherfunktion von Schrittmachern/ICDs genutzt.

Auch eine Gruppe dänischer Kardiologen um Dr. Tine J. Philippsen vom Hospital of Southern Jutland in Aabenraa hat sich jetzt mit dem Thema subklinisches Vorhofflimmern befasst. Diese Untersucher haben für ihre Studie gezielt 82 ambulante Patienten im Alter zwischen 67 und 75 Jahren ausgewählt, die zwar keine manifesten kardiovaskulären Erkrankungen, dafür aber Hypertonie und Diabetes mellitus als Risikofaktoren aufwiesen. Bei allen Teilnehmern wurde im linken parasternalen Brustbereich ein implantierbarer Herzmonitor subkutan unter der Haut platziert. Dessen Aufzeichnungen wurden dann im Schnitt 1,6 Jahre lang daraufhin kontrolliert, ob asymptomatisches Vorhofflimmern aufgetreten war.

Jeder Fünfte mit asymptomatischem Vorhofflimmern

Bei jedem fünften Patienten (20,7%) war das der Fall. Die Zeit bis zur ersten entdeckten Vorhofflimmern-Episode betrug im Median 91 Tage (41 bis 251 Tage). Vierzehn Patienten (17%) hatten mindestens eine Episode, die sechs Minuten oder länger anhielt. Diese Patienten bekamen eine orale Antikoagulation angeboten, die dann de facto bei allen auch eingeleitet wurde.

Einen Monat nach Implantation des Herzmonitors war bei allen Patienten zusätzlich ein Screening mithilfe eines 72-Stunden-Langzeit-EKGs durchgeführt worden. Erwartungsgemäß war die diagnostische „Ausbeute“ dieser Methode, die nur ein zeitlich limitiertes Monitoring ermöglicht, deutlich geringer: Nur bei zwei Patienten offenbarte sie ein subklinisches Vorhofflimmern.

Nutzen der Antikoagulation noch unklar

In den Leitlinien wird ein systematisches Screening auf Vorhofflimmern mithilfe von implantierbaren Herzmonitoren bei Patienten, die bislang keine Anzeichen für die Arrhythmie haben, derzeit nicht empfohlen. Andererseits empfehlen dieselben Leitlinien eine orale Antikoagulation, wenn Vorhofflimmern dokumentiert und das Schlaganfallrisiko erhöht ist (CHA2DS2-VASc-Score 2 oder höher) – egal ob Symptome bestehen oder nicht.

Bei den an der aktuellen Studie beteiligten Patienten war allein aufgrund der Faktoren Alter, Hypertonie und Diabetes (CHA2DS2-VASc-Score mindestens 3 oder höher) von einem erhöhten Thromboembolierisiko auszugehen. Sie könnten somit von einer oralen Antikoagulation profitieren, die bei den meisten Teilnehmern mit detektiertem subklinischen Vorhofflimmern auch tatsächlich begonnen wurde. Evidenzbasiert ist diese Vorgehensweise allerdings (noch) nicht. Denn auf die Ergebnisse randomisierter kontrollierter Studie wie NOAH und ARTESIA, die Aufschluss über den klinischen Nutzen einer Antikoagulation speziell bei subklinischem Vorhofflimmern geben sollen, muss noch einige Zeit gewartet werden.

Literatur

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