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15.05.2017 | Vorhofflimmern | Nachrichten

Paroxysmales Vorhofflimmern

Katheterablation: Antiarrhythmika danach besser beibehalten?

Autor:
Peter Overbeck

Wird eine medikamentöse Therapie mit Antiarrhythmika, die bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern vor einer Katheterablation nicht effektiv genug war, nach der Ablation trotzdem beibehalten, könnte das von Vorteil sein: Einer neuen Studie zufolge  wird dadurch das Risiko für Arrhythmie-Rezidive deutlich verringert.

Eine Katheterablation ist bei Patienten mit Vorhofflimmern dann indiziert, wenn Medikamente symptomatisch nicht mehr ausreichend wirksam sind. Viele Patienten versprechen sich von der interventionellen Prozedur den Vorteil, dass die Behandlung mit Antiarrhythmika danach überflüssig ist und endlich abgesetzt werden kann.

Die „Befreiung“ von der medikamentösen Therapie hat aber möglicherweise nicht nur vorteilhafte Seiten, wie Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie nahelegen. Kardiologen um Dr. Mattias Duytschaever aus Brügge haben dafür an drei Zentren  in Belgien 153 Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern rekrutiert. Alle Studienteilnehmer waren drei Monaten nach einer Katheterablation (Pulmonalvenenisolation) frei von Rezidiven  und nahmen zu diesem Zeitpunkt ihre zuvor ineffektiven Antiarrhythmika immer noch ein.

Nach randomisierter Aufteilung in zwei Gruppen wurde die medikamentöse antiarrhythmische Therapie bei der Hälfte der Teilnehmer weitgehend beibehalten, bei der anderen Hälfte dagegen abgesetzt. Dann wurde geschaut, welche Auswirkungen beide Strategien auf das Auftreten von atrialen Tachyarrhythmien (Dauer > 30 s) bis zum Zeitpunkt ein Jahr nach Ablation (primärer Endpunkt) haben würden. Das Monitoring  erfolgte mittels 7-Tage-Holter-EKG nach sechs und zwölf Monaten. Duytschaever hat die POWDER-AF benannte Studie beim Kongress der Heart Rhythm Association (HRS 2017) in Chicago vorgestellt. 

Rezidivprophylaktische Wirkung 

Nach ihren Ergebnissen scheinen Antiarrhythmika zumindest in der Nachbehandlung nach Katheterablation von gewissem rezidivprophylaktischem Nutzen  zu sein. Denn in der Gruppe mit fortgesetzter antiarrhythmischer Therapie war die Rate für dokumentierte atriale Tacharrhythmien nach einem Jahr signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe ohne  medikamentöse Therapie (2,7% vs. 21,9%; p < 0,001). Gleiches gilt für die Rate an erneuten Ablationsbehandlungen (1,3% vs. 17,1%) sowie für die Rate an ungeplanten Klinikbesuchen der Patienten  (2,6% vs. 19,7%).  Bezüglich der  Lebensqualität gab es keine relevanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen. 

Was folgt für die Praxis? 

Was folgt daraus für die Praxis? Duytschaever ging nicht so weit, angesichts der neuen Daten für eine generelle Beibehaltung der antiarrhythmischen Medikation nach Katheterablation zu plädieren.  Mit den Studienergebnissen seiner Arbeitsgruppe seien aber Voraussetzungen für eine bessere Aufklärung  von Patienten nach einer Ablation geschaffen worden. 

De facto werde heute in der Praxis die antiarrhythmische Therapie – aus welchen Gründen auch immer - bei etwa 60% aller Patienten nach einer Katheterablation fortgesetzt. Für diese Praxis lasse sich nun ein Vorteil benennen. Umgekehrt könne einem Patienten, der die Therapie mit Antiarrhythmika lieber beendet sehen möchte, ein potenzieller Nachteil dieser Entscheidung vor Augen geführt werden. 

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