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19.03.2017 | Vorhofflimmern | Nachrichten

ACC 2017: Vorhofflimmern

Katheterablation ist unter Dabigatran-Schutz besonders sicher

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Vorhofflimmern zu abladieren gelingt mit wesentlich weniger Komplikationen, wenn der Patient vor, während und nach der Prozedur mit Dabigatran anstelle eines Vitamin-K-Antagonisten antikoaguliert wird, so das Ergebnis der RE-CIRCUIT-Studie.

Bei der Ablation von Vorhofflimmern sind Thromboembolien und Blutungen gefürchtete Komplikationen, insbesondere der Schlaganfall und die Herzbeuteltamponade. Zur Prophylaxe erfolgt der Eingriff heute unter oraler Antikoagulation, wobei die fortgesetzte Gabe eines Vitamin-K-Antagonisten (VKA) einer vorübergehenden Unterbrechung der Antikoagulation nebst Umstellen auf niedermolekulares Heparin („Bridging“) überlegen ist. Vor zwei Jahren hatte eine exploratorische Studie (VENTURE-AF) mit Rivaroxaban gezeigt, dass die Blutungsraten unter dem Faktor Xa-Inhibitor mit derjenigen unter VKA vergleichbar ist.

Relative Risikosenkung für Blutungen um 77%

Nun zeigen die Ergebnisse der beim ACC-Jahreskongress 2017 vorgestellte und zeitgleich im „New England Journal of Medicine“ publizierten RE-CIRCUIT-Studie, dass die Ablation wesentlich sicherer durchgeführt werden kann, wenn sie mit Dabigatran anstelle von Warfarin durchgeführt wird. An der randomisierten Studie waren 635 Patienten mit paroxysmalem oder persistierendem Vorhofflimmern beteiligt. Die Antikoagulation mit Dabigatran (2x 150 mg) oder Warfarin (INR 2-3) wurde 4-8 Wochen vor der Ablation begonnen und anschließend für acht Wochen fortgeführt.

Schwere Blutungen innerhalb von acht Wochen nach dem Eingriff (primärer Endpunkt) erlitten 5 Patienten (1,6%) unter Dabigatran und 22 Patienten (6,9%) unter Warfarin. Dies entspricht einer relativen Risikosenkung um 77% und einer absoluten Risikosenkung um 5,3%, berichtete Studienautor Prof. Hugh Calkins, John Hopkins Medical Institutions in Baltimore.

Dabigatran bei Ablation nun Antikoagulans der Wahl?

In 1 vs. 6 Fällen handelte es sich um Perikard-Tamponaden, in 0 vs. 8 Fällen um Hämatome in der Leiste, in 1 vs. 11 Fällen wurde eine interventioneller oder operativer Eingriff notwendig. Kleinere Blutungen waren in beiden Gruppen gleich verteilt. Schlaganfälle waren nicht zu beklagen, ein Patient der Warfarin-Gruppe erlitt eine TIA.

Erheblich weniger Blutungen, keine Schlaganfälle, im Notfall  mit Idarucizumab ein spezifisches Antidot zur Hand – Calkins ist der Überzeugung, dass Ablationen bei Patienten mit Vorhofflimmern in der Praxis künftig am besten unter Dabigatran-Schutz erfolgen sollten. 

Literatur

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