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08.01.2018 | Vorhofflimmern | Nachrichten

Orale Antikoagulation

Telemonitoring verbessert Adhärenz der NOAK-Therapie – kostet aber eine Menge

Autor:
Philipp Grätzel

Eine elektronische Überwachung der Arzneimitteleinnahme kann die Adhärenz zur oralen Antikoagulation bei Patienten mit Vorhofflimmern verbessern. Besonders wirksam sind Kontrollanrufe.

Gerinnungshemmende Medikamente wirken nur, wenn sie eingenommen werden. Das gilt auch für die Nicht-Vitamin K oralen Antikoagulanzien (NOAK). Belgische Kardiologen um Lien Desteghe und Hein Heidbuchel vom Herzzentrum in Hasselt haben in einer kleinen Studie untersucht, wie sich unterschiedliche Formen der elektronischen Adhärenzkontrolle auf die Compliance der Patienten auswirken – und was das kostet.

Zum Einsatz kam das Medication Event Monitoring System (MEMS) des Schweizer Unternehmens WestRock, bei dem die Öffnung des Arzneimittelgefäßes registriert wird. An der Studie nahmen 48 Patienten teil, die entweder einmal täglich Rivaroxaban oder zweimal täglich Apixaban einnahmen. Die Patienten wurden in eine von drei Gruppen gelost und wechselten nach jeweils einem Monat die Gruppe, sodass jeder Patient eine Zeitlang in jeder Gruppe war.

Nerven hilft

Im einen Fall wurden die Adhärenzdaten der „intelligenten Pillendose“ nur aufgezeichnet, aber nicht übertragen. Im anderen Fall wurden sie täglich übertragen, und der Patient wusste das auch. Im dritten Fall gab es bei Non-Adhärenz explizite Kontrollanrufe, mit denen der Patient an die Einnahme erinnert wurde bzw. gefragt wurde, ob es Probleme gibt. Im Falle des telefonischen Kontakts war „Non-Adhärenz“ definiert als mindestens eine ausgelassene Dosis bei einmal täglichen Regimes und mindestens drei ausgelassene Dosierungen bei zweimal täglichen Regimes.

Aber hohe Zusatzkosten

Im Ergebnis zeigte sich das, was vielleicht erwartet werden konnte: Nerven hilft. Der Anteil der korrekt eingenommenen Dosierungen betrug beim Telemonitoring mit telefonischen Kontrollanrufen 99,0%. Wurde nur übertragen, aber nicht angerufen, waren es 97,4%, und wurden nur Daten gesammelt, aber nicht täglich übermittelt, betrug die Quote 94,3%. Der Anteil der Tage mit korrekter Einnahme betrug bei Telemonitoring plus Telefonanrufen 96,8%. Ohne Telefonanrufe waren es 93,8%.

Ein klarer Vorteil für das eine oder andere Einnahmeschema lässt sich aus der belgischen Studie nicht ableiten. Der Anteil der korrekt eingenommenen Dosierungen war beim einmal täglichen Regime signifikant höher. Auch das war tendenziell zu erwarten. Was sich nicht unterschied, waren die ungeschützten Tage. Dies dürfte widerspiegeln, dass zweimal tägliche Regimes gelegentlich vergessene Einnahmen besser verzeihen.

Kostenseitig war die Sache nicht wirklich günstig. Die von den Autoren berechneten Zusatzkosten für die Verhinderung eines Schlaganfalls („inkrementelle Kosten“) betrugen über alle Patienten hinweg satte 344.289 Euro. Bei Hochrisikopatienten kommen die Kardiologen auf 15.488 Euro. 

Literatur

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