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05.06.2019 | Vorhofflimmern | Nachrichten

Landesweite Studie bei knapp 16.000 Patienten

Vorhofohrverschluss bei Vorhofflimmern: Erfahrungen über fünf Jahre an deutschen Kliniken

Autor:
Peter Overbeck

Der interventionelle Verschluss des linken Vorhofohrs wird als „mechanische“ Methode zur Prophylaxe von kardioembolischen Schlaganfällen bei Vorhofflimmern zunehmend genutzt. Welche Erfahrungen dabei  in Deutschland über Jahre in der Zeit des Klinikaufenthalts der Patienten gemacht worden sind, führt eine neue Studie vor Augen.

Das linke Vorhofohr (LAA: left atrial appendage) gilt bei  Vorhofflimmern als wichtigste Quelle von  kardialen Thromben,  die zu kardioembolischen Schlaganfällen führen können. Der LAA-Verschluss  mithilfe von per Katheter perkutan implantierten Okkluder-Systemen ist inzwischen eine anerkannte  Option für eine Thromboembolie-Prophylaxe bei Vorhofflimmern.  Die europäischen Leitlinien zur Management bei Vorhofflimmern empfehlen in noch zurückhaltender Form, dass ein LAA-Verschluss bei Patienten mit Kontraindikationen für eine Langzeit-Antikoagulation in Betracht gezogen werden könne  (Klasse-IIb-Empfehlung).

In Deutschland  genießt die Methode offenbar wachsende Wertschätzung an hiesigen Herzzentren. Das geht aus einer Analyse hervor, in der Untersucher um Dr. Lukas  Hobohm  vom Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz über fünf Jahre landesweit erhobene, auf ICD-Kodierung basierende Daten (Statistisches Bundesamt) von Patienten mit LAA-Verschluss ausgewertet hat. Daten für die Zeit des Klinikaufenthaltes von 15.895 Patienten,  bei denen gemäß ICD-Kodierung zwischen 2011 und  2015 an deutschen Zentren ein perkutaner LAA-Verschluss vorgenommen worden war, bildeten die Basis der Analyse. 

In-Hospital-Sterblichkeit nahm leicht zu 

Im Untersuchungszeitraum stieg die Zahl der LAA-Verschluss von 1.347 im Jahr 2011 auf 4.932 Prozeduren im Jahr 2015. Das entspricht einer Zunahme um den Faktor 3,6. Im selben Zeitraum war als  nicht signifikanter Trend auch eine Zunahme der In-Hospital-Sterblichkeit von 0,5% im Jahr 2011 auf  0,9% im Jahr 2015 zu beobachten. Mit über deutlich 1% war die Rate im Jahr 2013 am höchsten, danach aber wieder rückläufig.

In dieser Zeit waren auch hinsichtlich der Charakteristika der analysierten Patienten einige Veränderungen festzustellen. So gab es Verschiebungen hin zu einem höheren Alter der Patienten und zu einer etwas höheren Prävalenz von Begleiterkrankungen wie Herzinsuffizienz, COPD und chronische Niereninsuffizienz.

Als wichtige unabhängige Prädiktoren für die In-Hospital-Mortalität wurden unter anderen Krebserkrankungen und Herzinsuffizienz sowie in der Klinik aufgetretene Komplikationen wie  Schlaganfall, akutes Nierenversagen und Perikarderguss identifiziert. Hobohm und seine Kollegen hoffen, dass ihre Studienergebnisse dabei helfen können, Patienten mit einem erhöhten Sterberisiko in der Zeit des Klinikaufenthaltes nach LAA-Verschluss besser zu erkennen. Informationen zum Langzeitverlauf kann ihre auf die In Hospital-Phase beschränkte Studie natürlich nicht liefern.

Literatur

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