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11.10.2018 | Vorhofflimmern | Nachrichten

Eindeutige Vorteile

Warum NOAKs bei Kardioversion von Vorhofflimmern die bessere Wahl sind

Autor:
Veronika Schlimpert

Patienten mit Vorhofflimmern, die einer Kardioversion unterzogen werden, sollten zur Thromboembolie-Prophylaxe (wenn möglich) die neuen oralen Antikoagulanzien (NOAKs) erhalten – warum, macht eine neue Metaanalyse deutlich. 

Eine Kardioversion lässt sich bei Vorhofflimmern-Patienten am sichersten durchführen, wenn zur Schlaganfallprophylaxe  ein NOAK eingesetzt wird und nicht wie bisher ein Regime aus Heparin plus Vitamin-K-Antagonist (VKA). In einer Metaanalyse war das Thromboembolie-Risiko unter einem NOAK nur halb so hoch wie mit dem bisherigen Standard.

Neuer Standard

„Unsere Analyse macht deutlich, dass NOAKs die Standardtherapie bei der Kardioversion von Vorhofflimmern-Patienten sein sollten“, resümieren die Studienautoren um Dr. Dipak Kotecha. Warfarin und andere VKAs sollte nur noch bei Patienten eingesetzt werden, für die eine NOAK-Therapie nicht infrage komme, also beispielsweise Patienten mit mechanischen Herzklappen, schwerer Mitralstenose oder schwerer Niereninsuffizienz.  

Die Wissenschaftler aus Birmingham haben alle drei bisher publizierten randomisierten Studien (X-VeRT, ENSURE-AF, EMANATE), die NOAKs im Rahmen einer Kardioversion mit dem bisherigen Standard verglichen hatten, zusammengetragen und in Form einer Metaanalyse ausgewertet. Insgesamt 5.203 Patientendaten gingen in die Analyse ein.

Deutlich weniger Schlaganfälle

Dabei hatten die NOAKs eindeutig die Nase vorn: Der primäre Endpunkt aus Schlaganfall, systemischem Embolien, Myokardinfarkt und kardiovaskulärer Tod war um 58% reduziert. Generell kamen solche Ereignisse sehr selten vor, in der NOAK-Gruppe waren 12 Patienten davon betroffen (0,42%), in der VKA-Gruppe 23 Personen (0,98%). Schlaganfälle und thromboembolische Ereignisse (sekundärer Endpunkt) traten unter NOAK-Therapie deutlich seltener (5 [0,18%] vs. 13 [0,55%], Risk Ratio: 0,33). Das Risiko für Blutungsereignisse war ebenfalls tendenziell geringer (Risk Ratio: 0,61), ebenso wie die Gesamtmortalität (Risk Ratio: 0,58).

Die Vorteile der NOAK-Therapie hätten sich sowohl bei Patienten gezeigt, die eine sofortige Kardioversion erhalten haben als auch bei denjenigen, bei denen der Eingriff nach dreiwöchiger Antikoagulation durchgeführt worden sei, berichten die Studienautoren.

Bei etwa der Hälfte der Studienpatienten wurde die Kardioversion sofort durchgeführt, nachdem das Vorhandensein eines kardialen Thrombus mittels transösophagealer Echokardiografie (TEE) ausgeschlossen worden war. Als Schlaganfallprophylaxe erhielten die Patienten entweder Heparin parenteral überlappend mit Warfarin, bis ein INR-Zielwert ≥ 2 erreicht wurde, oder ein NOAK. Die Antikoagulation wurde bei allen Patienten für 28 bis 42 Tage nach dem Eingriff fortgesetzt.

Literatur

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