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29.06.2018 | Vorhofflimmern | Nachrichten

Unbeeinflussbarer Risikofaktor

Was die Körpergröße mit Vorhofflimmern zu tun hat

Autor:
Peter Overbeck

Der nicht ganz unbekannte statistische Zusammenhang zwischen Körpergröße und dem Risiko für Vorhofflimmern ist in einer großen epidemiologischen Studie aus Dänemark erneut bestätigt worden.

Parallel zur in den letzten Jahrzehnten zu beobachtenden Zunahme der Körpergröße in der dänischen Bevölkerung ist auch die Inzidenz von Vorhofflimmern deutlich angestiegen. Das bestätigen Ergebnisse einer neuen Analyse von Daten der  Copenhagen City Heart Study.

Die Körpergröße erwies sich als einer der stärksten Prädiktoren für das Auftreten von Vorhofflimmern. Sollte der Zusammenhang kausaler Natur sein, dürfte die Körpergröße auch in Zukunft wesentlichen Anteil an der in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden weiteren Zunahme von Vorhofflimmern haben, prognostizieren die Studienautoren.

Grundlage der Studie bilden Daten von 18.852 männlichen und weiblichen Teilnehmern der Copenhagen City Heart Study, bei denen zu Beginn kein Vorhofflimmern bestand. Die Daten waren in vier separaten Querschnittsuntersuchungen (1976–78, 1981–83, 1991–94 und 2001–03) erhoben worden, bei denen unter anderem jeweils auch ein EKG aufgezeichnet worden war.  Informationen zu Klinikeinweisungen und zur Mortalität beschafften sich die Autoren aus dänischen Registern. Die Prävalenz von Vorhofflimmern wurde auf Basis von EKG-Aufzeichnungen, die Inzidenz auf der Grundlage von in Registern erfassten Diagnosen ermittelt.

In der Zeit zwischen der ersten und vierten Datenerhebung (1976 -2003) erhöhte sich die Prävalenz von Vorhofflimmern jeweils signifikant von 1,35% auf 2,11% bei Männern und von  0,67% auf 1,07% bei Frauen (p < 0.001). Die Inzidenzrate  stieg in dieser Zeit sowohl bei Männern als auch bei Frauen um das Vierfache (Hazard Ratio 4,16, 95; p < 0.001).

In multivariablen  Regressionsanalysen erwies sich die Körpergröße konsistent als wichtiger Risikofaktor für künftiges Auftreten von Vorhofflimmern, der mit einem Anstieg des relativen Risikos um 35% (HR 1,35 p = 0,004) bis 65% (HR 1,65; p < 0,001) pro 10 cm Größenunterschied assoziiert war.  Im Beobachtungszeitraum hatte die Körpergröße in der dänischen Bevölkerung im Schnitt um 3,3 cm bei Männern und um  2,1 cm bei Frauen zugenommen.

Wie kann das zumeist mit dem 20. Lebensjahr abgeschlossene Größenwachstum in Zusammenhang mit einer kardialen Rhythmusstörung stehen, die in der Regel erst rund 50 Jahre später zum Problem wird? Die Studienautoren vermuten, dass die in Beziehung zur Körpergröße stehende Zunahme des linksatrialen Volumens eine spätere Entwicklung von Vorhofflimmern begünstigen könnte.

Literatur

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