Onlineartikel 11.04.2015

Vorhofohrverschluss langfristig erfolgreich

Der interventionelle Vorhofohrverschluss ist eine wirkungsvolle Therapiealternative zur oralen Antikoagulation bei Patienten mit Vorhofflimmern. Ziel der vorliegenden Arbeit war die Analyse der Langzeitergebnisse mit dem PLAATO-Okkluder hinsichtlich Effektivität der Thromboembolieprophylaxe und der Sicherheit bezüglich Blutungskomplikationen.

Es erfolgte eine Analyse der LAAO-Datenbank des Cardioangiologischen Centrums Bethanien, Frankfurt/Main. Im Zeitraum Oktober 2001 und Juli 2007 wurde bei 45 Patienten (23 männlich, mittleres Alter 71 ± 6 Jahre) ein PLAATO-Okkluder implantiert. Das Kollektiv hatte ein hohes thromboembolisches und Blutungsrisiko (mittlerer CHA2DS2-VaSc-Score 4,3 ± 1,7; mittlerer HASBLED-Score 3,3 ± 1,2.

Zirka ein Drittel (n = 16; 36%) der Patienten hatten bereits einen Schlaganfall. Die Prävalenz von KHK und/oder PAVK betrug 62% (n = 28). Im Studienkollektiv hatten 22 Patienten (49%) eine absolute Kontraindikation gegen eine orale Antikoagulation wegen stattgehabter Blutungskomplikationen.

Im Anschluss an die Implantation erhielten die Patienten eine duale Plättchenhemmung mit ASS 300 mg/d und Clopidogrel 75 mg/d für sechs Monate. Nach echokardiografischem Ausschluss von okkluderassoziierten Thromben und Nachweis des ausreichenden LAA-Verschlusses wurde die Clopidogrel-Medikation beendet.

Signifikante Reduktion thromboembolischer Komplikationen

Die Nachbeobachtung betrug im Median 7,4 Jahre (1–12,4 Jahre) entsprechend 292 Patientenjahren. In diesem Zeitraum starben 14 Patienten infolge einer Herzinsuffizienz (n = 7), nicht kardialen Gründen oder aus unbekannten Ursachen (n = 3). Es traten weder fatale Blutungen oder Schlaganfälle auf noch wurde ein hämorrhagischer Schlaganfall registriert.

Insgesamt wurden fünf ischämische Schlaganfälle beobachtet, die im Median 794 Tage (304–3706) nach dem LAA-Verschluss auftraten. Hieraus ergibt sich eine jährliche Schlaganfallrate von 1,7% und somit eine Risikoreduktion gegenüber der erwarteten Rate von ca. 60% (RR 0,43; p = 0,0028).

Bei sechs Patienten kam es zu klinisch relevanten Blutungen, wobei nur vier davon im Langzeitverlauf auftraten (2 prozedurale Blutungen). Das entspricht einer Reduktion um 44% gegenüber der erwarteten jährlichen Blutungsrate (2,1%; RR 0,56; p < 0,0001). Bemerkenswert ist, dass mit einer Ausnahme alle Blutungen während einer dualen Plättchenhemmung auftraten.

Einschränkend muss erwähnt werden, dass der PLAATO-Okkluder nicht mehr kommerziell erhältlich ist. Die beobachteten Effekte werden von den Autoren aber eher als Klasseneffekt im Sinn des patenten Vorhofohrverschlusses, denn als Folge eines spezifischen Okkluders bewertet.

Fazit

In dieser kleinen, monozentrischen Langzeitbeobachtung nach interventionellem Vorhofohrverschluss bestätigen sich auch nach bis zu zwölf Jahren die positiven Ergebnisse einer randomisierten Studie mit signifikant reduzierten Raten an thromboembolischen Komplikationen und Blutungen bei Patienten mit Vorhofflimmern und hohem Schlaganfallrisiko. Hinsichtlich der Vermeidung von Blutungskomplikationen scheint ein konservatives antithrombotisches Therapieregime wünschenswert, sollte aber in prospektiven Studien evaluiert werden.

Literatur

81. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vom 8.–11. April 2015 in Mannheim

Vortragstitel: One decade of Interventional Left Atrial Appendage Closure (V1648)