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16.12.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Ventrikuläre Tachykardien

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Katheterablation?

Autor:
Peter Overbeck

Eine Katheterablation kann bei Patienten mit implantierten Defibrillatoren (ICD) die Zahl der ICD-Schocks verringern. Solche Schocks sind mit einer erhöhten Mortalität assoziiert. Doch wann ist der beste Zeitpunkt für die Ablation? Das soll in der in Kürze anlaufenden BERLIN-Studie geklärt werden.

Implantierbare Defibrillatoren (ICD) können lebensbedrohende ventrikuläre Tachyarrhythmien terminieren und so den plötzlichen Herztod verhindern. An Therapien zur Prävention von ventrikulären Tachykardien (VT) besteht dennoch Bedarf. Denn es hat sich gezeigt, dass ICD-Schocks nicht nur die Lebensqualität der Patienten erheblich beeinträchtigen können, sondern auch mit einer erhöhten Mortalität assoziiert sind.

Bessere Prognose durch Prävention von ICD-Schocks?

Ungeklärt ist jedoch bislang, ob eine Verhinderung oder Verringerung von ICD-Schocks durch Ablationsbehandlung zu einer Reduktion der Mortalität führt.

Sollte die Prävention von ICD-Schocks tatsächlich diese Wirkung haben, dann sei davon auszugehen, dass die Mortalitätsreduktion stärker ausfällt, wenn die Ablation frühzeitig und nicht erst nach multiplen ICD-Schocks erfolgt, argumentierte Professor Karl-Heinz Kuck aus Hamburg beim 6. Euro VT/VF-Meeting in Berlin. Die stärkste Reduktion sei dann zu erwarten, wenn die Ablation noch vor der ersten Schockabgabe – also schon zum Zeitpunkt der ICD-Implantation – vorgenommen wird („Prophylaktische Ablation“).

Frühe Ablation verlängert VT-freie Zeit

Die Wirksamkeit einer frühen Ablation zur Prävention von VT bei Patienten mit ischämischer Herzerkrankung und ICD-Implantation ist bislang in zwei publizierten randomisierten Studien (SMASH-VT und VTACH) untersucht worden.

Beide Studien haben ergeben, dass eine frühzeitige VT-Ablation (nach dem ersten ICD-Schock oder schon zum Zeitpunkt der ICD-Implantation) die VT-freie Zeit deutlich verlängert. Auf die kardiale Mortalität hatte die Ablation in beiden Studien keinen signifikanten Effekt.

Auch habe sich gezeigt, dass bei früher prophylaktischer Ablation die Rate periprozeduraler und längerfristiger Komplikationen niedriger war als bei Ablationen, die erst nach dem Auftreten multipler ICD-Schocks vorgenommen worden waren, berichtete Kuck. Er verwies zudem auf Ergebnisse einer retrospektiven Studie, wonach eine frühe Überweisung zur VT-Ablation mit einer höheren 1-Jahres-Überlebensrate assoziiert war als eine späte Überweisung nach zwei oder mehr VT-Episoden (Frankel et al. J Cardiovasc Electrophysiol 2011;22:1123-8).

BERLIN-Studie soll Gewissheit bringen

Gewissheit über mögliche prognostische Vorteile der frühen VT-Ablation soll die demnächst startende und von Kuck geleitete BERLIN-Studie (Home Monitoring Based EaRLy ICD INtervention) bringen. In diese Studie sollen gezielt KHK-Patienten mit dokumentierter VT, moderat eingeschränkter linksventrikulärer Funktion (EF: 30 - 50 Prozent) und ICD-Indikation aufgenommen werden.

Verglichen werden zwei Gruppen von Patienten, bei denen die Ablation entweder schon zum Zeitpunkt der ICD-Implantation oder erst nach dem dritten ICD-Schock vorgenommen wird.

Primärer Endpunkt ist eine Kombination der Ereignisse Tod, Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz und symptomatische Tachyarrhythmie-Rezidive (Kammertachykardie- oder flimmern).

Literatur

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