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27.04.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Vorhofflimmern

Welche Faktoren beeinflussen den langfristigen Erfolg der Ablation?

Autor:
Dr. med. Bernd Niemann

Die Freiheit von Vorhofflimmern wird heutzutage als protektiv hinsichtlich der Entwicklung oder Progression von Herzinsuffizienz und Schlaganfall verstanden. Insbesondere Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern erfahren eine Verbesserung der Lebensqualität durch die Freiheit von Vorhofflimmern.


Inzwischen besteht ein zunehmendes Verständnis prozeduraler Aspekte hinsichtlich Linienkonzepten und Transmuralität, wodurch sich der Therapieerfolg verbesserte. Dennoch wird der chirurgische Therapieerfolg einerseits weiterhin durch patientenindividuelle Charakteristika und patienteneigene Risikofaktoren sowie andererseits durch das chirurgische Gesamttherapiekonzept beeinflusst.

Studie zum Einfluss von Patientencharakteristika

In einer prospektiven „All-comers-Studie“ haben wir analysiert, ob präoperative Patientencharakteristika eine Aussage über den postoperativen Langzeiterfolg über zwölf Monate zulassen. Wir haben hierzu Patienten mit herzchirurgischen Therapieindikationen untersucht, die ein begleitendes paroxysmales (30%) oder persistierendes (70%) Vorhofflimmern jeglicher Dauer zeigten und einer additiven MAZE-Prozedur unterzogen wurden.

Darüber hinaus haben wir analysiert, ob die Wahl des chirurgischen Ablationssystems, die Implantation eines Eventrekorders und ein strukturiertes chirurgisches ambulantes Follow-up Einfluss auf den Therapieerfolg nehmen.

Im Rahmen der prospektiven Untersuchung haben wir die Patienten mit paroxysmalem und persistierendem Vorhofflimmern einer standardisierten links- oder biatrialen bipolaren Radiofrequenzablation entweder mit dem Medtronic Cardioblate©-System oder mit dem Estech Cobra Revolution©-System unterzogen. Alle Patienten erhielten einen Eventrekorder (Medtronic Reveal XT©).

Ein therapeutischer Erfolg wurde bei einer Freiheit von Vorhofflimmern von mehr als 90% und einer Länge der Einzelepisoden von weniger als sechs Minuten angenommen. Die Antikoagulation wurde frühestens nach sechs Monaten bei therapeutischem Erfolg beendet.

Ergebnisse

Wir erreichten nach sechs bzw. zwölf Monaten bei 96 bzw. 100% der Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern Freiheit von Vorhofflimmern und bei 64 bzw. 72% der Patienten mit persistierendem Vorhofflimmern Freiheit von Vorhofflimmern. Die Amputation des linksatrialen Appendix erfolgte stets, die biatriale Appendektomie bei persistierendem Vorhofflimmern. Nach zwölf Monaten im Follow-up war kein Schlaganfall zu beobachten.

Schlechtere Erfolgschancen bei dicken Patienten

Ein erhöhter linksatrialer Durchmesser und eine reduzierte linksventrikuläre Ejektionsfraktion korrelierten positiv mit der postoperativen Persistenz von Vorhofflimmern. Eine Korrelation mit dem Patientenalter bestand in unserer Untersuchung nicht und auch seneszente Patienten zeigten einen hohen Therapieerfolg.

Ein erhöhter Body-Mass-Index ging mit einem erhöhten Risiko für einen therapeutischen Misserfolg einher. Wir identifizierten präoperativ Adipokin-Cluster mit positivem/negativem prädiktivem und gegebenenfalls therapeutischem Wert für den chirurgischen Erfolg durch MAZE-Prozeduren.

Neben patientenindividuellen Parametern konnten wir eine Abhängigkeit des chirurgischen Erfolgs von den verwendeten bipolaren Ablationssystemen zeigen.

Fazit

Ein strukturiertes Follow-up der Patienten unter Nutzung eines Eventrekorders kann die medikamentöse und rhythmologische Versorgung der Patienten signifikant optimieren.

Metabolische Parameter könnten unseren Ergebnissen zufolge einen prädiktiven Wert haben, um den Erfolg einer zusätzlichen chirurgischen MAZE-Therapie abzuschätzen. Der Ausgleich von Dysbalancen epimyokardial assoziierter Adipokine könnte ein therapeutisches Target einer supportiven metabolisch-rhythmologischen Therapie sein.

Literatur

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