Onlineartikel 02.09.2015

XANTUS untermauert Sicherheit von Rivaroxaban im klinischen Alltag

Wenn Arrhythmie-Experte Prof. John Camm an das Rednerpult tritt, sind in der Regel interessante Ergebnisse großer Studien zu erwarten. Diesmal waren es die Ergebnisse der XANTUS-Studie, die vom berühmten Kardiologen aus London beim ESC-Kongress in der britischen Hauptstadt präsentiert wurden.

Es ging um die immer mehr an Bedeutung gewinnenden Ergebnisse einer „Real-World Prospective Oberservational Study“, also um Patientendaten jenseits streng kontrollierter Studien mit engen Einschlusskriterien. 6.784 Patienten mit nicht valvulärem Vorhofflimmern wurden über 1 Jahr nachverfolgt. Das Durchschnittsalter lag bei 71 Jahren mit einem durchschnittlichen CHA2DS2-VASc score von 3,4. Bei 45% der Patienten bestand im Vorfeld eine Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten.

Im Beobachtungszeitraum erlitten 1,9% eine schwerwiegende Blutung, 0,2% eine fatale Blutung, 0,6% eine kritische Organblutung, 0,8% eine gastrointestinale Blutung und 0,4% eine intracranielle Blutung. Die Haupttodesursachen waren kardiovaskulär (42%), darunter kardiale Dekompensation (20%), plötzlicher Tod (12%), Myokardinfarkt (5%), nicht hämorrhagischer Schlaganfall (3%), Herzrhythmusstörungen (1%). Maligne Krebserkrankungen waren für 20% der Todesfälle verantwortlich und Blutungen in 10% der Fälle.

Die Raten für schwere Blutungen, thrombembolische Ereignisse und die Gesamtsterblichkeit waren bei Patienten mit Rivaroxaban15 mg/Tag (n=1.410) höher als in dem Kollektiv mit 20 mg/Tag (n=5.336). Die Entscheidung über die Dosis lag beim behandelnden Arzt und unterlag möglicherweise weiteren klinischen Überlegungen außer einer Niereninsuffizienz, so Camm.

Er schlussfolgert, dass in dieser ersten großen prospektiven „Real-World Studie“ insgesamt eine geringe Rate an schwerwiegenden Blutungen und Schlaganfällen beobachtet werden konnte. 

Literatur

Präsentation in der Registry III – Prevention beim Kongress der European Society of Cardiology 2015, London, 29.8–2.9.2015

ESC Kongress 2015 Expertenblickpunkt