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30.12.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Guter Vorsatz für 2015

Yoga optimiert kardiovaskuläres Risikoprofil

Autor:
Philipp Grätzel

Wer im Jahr 2015 sein Herz-Kreislauf-Risiko senken möchte, ohne dafür Sport zu treiben, sollte einmal über Yoga nachdenken. Eine Metaanalyse deutet darauf hin, dass kardiovaskuläre Risikofaktoren ähnlich stark verbessert werden wie beim Sport.

Paula Chu und Kollegen von der Harvard Medical School in Boston, USA, haben für ihren systematischen Review insgesamt 37 randomisiert-kontrollierte Studien ausgewertet, in denen Asana-Yoga bei Erwachsenen mit diversen kardiovaskulären Risikofaktoren in Beziehung gesetzt wurde. 32 dieser Studien konnten für eine Metaanalyse berücksichtigt werden. Insgesamt 2768 Probanden nahmen daran teil.

Bei etwa einem Drittel der Studien wurden Probanden, die Asana-Yoga praktizierten, mit Probanden ohne spezifische kardioprotektive Aktivitäten verglichen. In gut einem Fünftel der Studien wurden Yoga und Sport gegenübergestellt. In den übrigen Studien kamen andere Vergleichsinterventionen zum Einsatz, darunter Ernährungsinterventionen, kognitive Therapien und Entspannungsübungen. In Summe scheint Yoga im Vergleich zu „keine Intervention“ das kardiovaskuläre Risikoprofil signifikant zu verbessern. Der Effekt ist dabei ähnlich groß wie bei aerober sportlicher Betätigung.

Blutdruck, BMI und LDL Cholesterin sinken

Im Detail kommt es bei Yoga-Aficionados über einen Zeitraum von im Median 12 Wochen im Vergleich zu Menschen, die keinerlei sportliche Aktivität ausüben, im Mittel zu einem Abfall des systolischen Blutdrucks um 5,2 mmHg, zu einer Verringerung des LDL-Chlesterins um 12,1 mg/dl und zu einer Reduktion des BMI um 0,77 kg/m2. Außerdem stieg das HDL-Cholesterin um 3,2 mg/dl.

Auch bei den als sekundäre Endpunkte der Metaanalyse definierten Parametern Körpergewicht in kg, diastolischer Blutdruck, Gesamtcholesterin und Herzfrequenz gab es jeweils statistisch signifikante Verbesserungen. Keinen Unterschied gab es im Vergleich zu den nicht sportlich aktiven Kontrollgruppen dagegen bei Nüchternglukose und HbA1c.

Einige der ausgewerteten Studien erlauben eine Aussage über den Zusatznutzen von Yoga als Ergänzung zu medikamentöser Risikofaktorkontrolle. Auch hier wurden in der Gesamtschau signifikante Effekte nachgewiesen. Yoga scheint demnach – erneut ähnlich wie Sport – auch bei bereits gut medikamentös eingestellten Herz-Kreislauf-Patienten einen Zusatznutzen zu haben.

Dosis-Wirkungs-Beziehung bleibt unklar

Chu und Kollegen interpretieren die kardiovaskuläre Risikosenkung durch Yoga als Folge der stresslindernden Wirkungen. Neuroendokrine und metabolische Effekte sowie Effekte auf den Vagotonus werden diskutiert. Senior-Autorin Professor Myriam Hunink von der Erasmus Medical School in Rotterdam betont allerdings, dass die genauen Mechanismen noch unklar seien. „Wir wissen auch nicht, ob es eine Dosis-Wirkungs-Beziehung gibt“, so Hunink. Trotzdem könne Yoga insbesondere jenen Menschen empfohlen werden, die keine sportliche Tätigkeit durchführen können oder wollen.

Literatur