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15.01.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Qualitätsoffensive

Zertifizierung von TAVI-Zentren soll im April starten

Autor:
Philipp Grätzel

Spätestens zur DGK-Tagung in Mannheim möchte die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie mit ihrem Zertifizierungsprogramm für TAVI-Zentren starten. Erste Details wurden jetzt bekannt gegeben.

Derzeit würden in Deutschland an etwa 90 Einrichtungen transvaskuläre Aortenklappen-Implantationen durchgeführt, betonte DGK-Präsident Prof. Dr. Christian Hamm vom Universitätsklinikum Gießen. 79 davon sind Einrichtungen, an denen vor Ort herzchirurgische Abteilungen existieren. Die übrigen führen TAVIs in Kooperation mit externen herzchirurgischen Einrichtungen durch. Etwa fünf Zentren ohne Herzchirurgie hätten mittlerweile ihr TAVI-Programm wieder eingestellt, so Hamm.

Um die Qualität der TAVI in Deutschland auf hohem Niveau zu halten, startet die DGK jetzt ein Zertifizierungsprogramm für TAVI-Zentren. Spätestens bei der DGK-Jahrestagung in Mannheim soll es offiziell aus der Taufe gehoben werden. Prof. Dr. Karl-Heinz Kuck vom Asklepios-Klinikum St. Georg hat jetzt erste Details des Programms verraten.

Mindestmenge 50 Eingriffe

Demnach werden TAVI-Zentren für eine Zertifizierung mindestens zwei interventionelle Kardiologen benötigen, die jeweils mindestens 25 supervidierte TAVI-Prozeduren durchgeführt haben müssen. Außerdem müssen pro Jahr mindestens jeweils 25 Eingriffe absolviert werden. Die „Mindestmenge“ für ein zertifiziertes TAVI-Zentrum liegt demnach bei 50 Eingriffen pro Jahr.

Seitens der anderen Fachgruppen sind ebenfalls mindestens zwei Herzchirurgen mit TAVI-Erfahrung sowie mindestens zwei Anästhesisten mit Erfahrungen in Kardioanästhesie/TAVI erforderlich. Eine adäquate Bildgebung für die TAVI-Planung muss im Haus vorhanden sein. Eine herzchirurgische Fachabteilung im Haus ist dagegen nach den Vorstellungen der DGK für die Zertifizierung nicht zwingend. Die vertragliche Kooperation mit einer Herzchirurgie zur Sicherstellung der herzchirurgischen Versorgung vor Ort reiche aus, so Kuck.

Auch bei externen Kardiologen, die mit ihren Patienten in herzchirurgische Kliniken kommen, um dort TAVIs durchzuführen, werden für eine Zertifizierung vertragliche Regelungen nötig, in denen die Indikationsstellung und die postprozedurale Betreuung geregelt sind. „Eine Rückverlegung zum Standort der externen Operateure innerhalb von 48 Stunden sollte nicht erfolgen“, so Kuck.

Sowohl Kuck als auch Hamm zeigten sich zuversichtlich, dass mit diesen Kriterien eine hohe Qualität der TAVI-Versorgung in Deutschland sichergestellt werden könne. Einige Zentren, die derzeit TAVIs anbieten, dürften die geforderten Kriterien nicht erfüllen können und damit kein Zertifikat bekommen, betonte Hamm. Dies sei durchaus so gewollt. Die Hoffnung der DGK ist, dass die Krankenkassen das Zertifikat als Grundlage für die TAVI-Erstattung heranziehen.

Literatur

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