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31.03.2015 | Nachrichten | Onlineartikel

Höheres Blutungsrisiko

Zigaretten interagieren mit oraler Antikoagulation

Autor:
Philipp Grätzel

Französische Kardiologen haben das Blutungsrisiko von Patienten mit Vorhofflimmern in Abhängigkeit vom Raucherstatus untersucht. Aktive Raucher haben vor allem dann ein höheres Blutungsrisiko, wenn sie Vitamin-K-Antagonisten erhalten.

Rauchen erhöht das Thromboserisiko, das ist lange bekannt. Dass auch das Gegenteil der Fall sein kann, dafür sprechen Daten einer jetzt in Chest publizierten retrospektiven Analyse von Dr. Denis Angoulvant und Kollegen von der Universität Tours aus dem Kontext des prospektiven Loire Valley Atrial Fibrillation Projekts.

Zwischen den Jahren 2000 und 2010 wurden 7.809 Patienten mit Vorhofflimmern konsekutiv in diese Studie eingeschlossen. Knapp zwei Drittel dieser Patienten wurden mit Vitamin-K-Antagonisten (VKA) antikoaguliert. Ein gutes Drittel erhielt lediglich Plättchenhemmer. 13 Prozent der Studienteilnehmer waren über den Beobachtungszeitraum von im Mittel drei Jahren hinweg aktive Raucher.

Rauchen war dabei nicht mit einem höheren Risiko von Schlaganfällen oder Thromboembolien assoziiert, was darauf hindeuten dürfte, dass die Mehrheit der Patienten in Sachen Gerinnungshemmung gut behandelt war. Was dagegen in der multivariaten Analyse auffiel, war ein signifikant erhöhtes Risiko schwerer Blutungen (Hazard Ratio 1,23; 95%-CI 1,01–1,49; p=0,04) und ein ebenfalls signifikant erhöhtes Risiko von Major-Blutung nach BARC-Skala (Hazard Ratio 1,40; 95%-CI 1,02–1,90; p=0,03).

Die Gefahr von Blutungen bei Rauchern war dabei sowohl bei Patienten, die VKA einnahmen, als auch bei Patienten, die nur einen Plättchenhemmung einnahmen, erhöht. Allerding wurde die statistisch Signifikanz nur in der Gruppe mit VKA-Therapie erreicht. Hier ging der Zigarettenkonsum mit einem um 32% erhöhten Blutungsrisiko einher.

Literatur

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