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31.03.2016 | Nachrichten | Onlineartikel

Kampf dem Herztod beim Sport

Zusatzbezeichnung „Sportkardiologie“ angestrebt

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Die DGK setzt sich für mehr sportmedizinische Untersuchungen ein, um das plötzliche Herztodrisiko beim Sport zu reduzieren. Dabei helfen soll eine Zusatzqualifikation „Sportkardiologie“.

Regelmäßige körperliche Aktivität reduziert die kardiovaskuläre und die Gesamtsterblichkeit deutlich, erklärte Prof. Jürgen Scharhag, Institut für Sport- und Präventivmedizin, Universität Saarbrücken. Dabei bestehe eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung im Bereich eines zusätzlichen Energieverbrauchs von 500 bis 3.500 kcal/Woche. Ein optimales Training umfasse pro Woche drei Lauf- und zwei Kräftigungseinheiten.

Intensive Belastungen haben einen größeren Effekt, erhöhen aber auch das kardiovaskuläre Risiko für Personen mit Herzerkrankungen. Aus diesem Grunde empfehlen Fachgesellschaften eine fachärztliche Untersuchung vor dem Sport.

Empfehlungen der Fachgesellschaften

Diese sollte zumindest Anamnese und körperliche Untersuchung umfassen (z.B. AHA, ACSM, ESC, DGSP); die europäische Fachgesellschaft ESC und die deutsche Gesellschaft für Sportmedizin (DGSP) empfehlen zusätzlich ein Ruhe-EKG, mit dem z.B. Herzmuskel- und Ionenkanalerkrankungen erkannt werden. Ergänzend kann ein Herz-Echo sinnvoll sein, welches zusätzlich Anomalien der Klappen oder Kranzgefäße aufdeckt. Bei über 35-Jährigen und Leistungsportlern sei auch ein Belastungs-EKG sinnvoll, so Scharhag.

Tauglichkeitsuntersuchungen senken Herztodrisiko beim Sport

Sporttauglichkeitsuntersuchungen sind hocheffektiv in der Prävention des plötzlichen Herztodes. In Italien sind diese seit 1982 gesetzlich vorgeschrieben. Dadurch sank die Rate des plötzlichen Herztodes beim Sport von 3,6 auf 0,4 pro 100.000 Patientenjahre.

Hauptzielgruppe männliche Breitensportler

Ein Screening nur von Leistungssportlern greift zu kurz. Sharhag berichtete Ergebnisse des deutschen Herztod-Registers beim Sport, welches bis dato 245 Fälle umfasst: Nahezu alle Fälle betrafen Breitsportler, Männer waren erheblich überrepräsentiert.

Die Daten lassen zwei Altersgipfel erkennen: 20‒30 Jahre und 50‒60 Jahre. Bei den Jüngeren stehen als Ursachen Myokarditiden, Kardiomyopathien, angeborene Anomalien der Ionenkanäle oder Herzkrankgefäße, Herzklappenerkrankungen im Vordergrund und frühzeitige KHK im Vordergrund. Bei den Älteren dominiert die KHK.

Nicht immer sind die Zeichen einer Herzerkrankung von denen eines Sportlerherzens leicht zu unterscheiden. Um nicht fälschlicherweise Herzgesunden vom Sport abzuraten und um andererseits auch Herzpatienten kompetent und individuell bezüglich Rehabilitationssport zu beraten, entwickelt die DGK derzeit zusammen mit der DGSP ein Curriculum für eine Zusatzqualifikation „Sportkardiologie“. 

Literatur

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