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27.03.2019 | ACC-Kongress 2019 | Nachrichten

Drogenkonsum mitverantwortlich

Zunahme von Herzinfarkten bei jungen Erwachsenen

Autor:
Joana Schmidt

Obwohl die Zahl der Herzinfarkte insgesamt sinkt, steigt sie bei Patienten unter 40 Jahren stetig. Das ergab eine aktuelle US-Studie, die bei der Jahrestagung des American College of Cardiology (ACC) 2019 präsentiert wurde.

Die Forscher um Dr. Ron Blankstein vom Brigham and Women’s Hospital in Boston beobachteten mehr als  2000 junge Herzinfarktpatienten über einen Zeitraum von 16 Jahren. Sie verglichen junge (41–50 Jahre) und sehr junge (40 oder jünger) Überlebende von Herzinfarkten und stellten fest: Die Zahl der sehr jungen Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, ist in den letzten 10 Jahren jährlich um 2% gestiegen. Auch wenn diese im Durchschnitt zehn Jahre jünger sind als die zweite Gruppe, haben sie ähnlich hohe Raten für Morbidität und Mortalität.

Mehr Drogenkonsum bei jüngeren Infarktpatienten

Doch was ist für die Zunahme von Herzinfarkten bei jungen Erwachsenen verantwortlich? Die klassischen Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen, familiäre Vorgeschichte früher Herzinfarkte und ein hoher Cholesterinspiegel waren in beiden Gruppen ähnlich. Bei den jüngeren Patienten wurde jedoch häufiger von Drogenmissbrauch berichtet, darunter Marihuana und Kokain (17,9% vs. 9,3%). Sie konsumierten aber weniger Alkohol.

Die Forscher verglichen die Studienteilnehmer anhand von Angiogrammen der Koronargefäße. Die Menschen in der sehr jungen Herzinfarktgruppe hatten häufiger eine Koronarerkrankung nur einem Gefäß, was auf ein frühes Stadium der Krankheit hinweist, wobei die Morbiditäts- und Mortalitätsraten jedoch gleich hoch waren wie bei der älteren Gruppe. Die sehr junge Gruppe hatte auch häufiger eine spontane Dissektion der Koronararterien, ein Riss in der Gefäßwand, der bei Frauen häufiger vorkommt, vor allem bei Schwangeren.

Die meisten Herzinfarkte wären vermeidbar

Hauptautor Blankstein betont die Bedeutung der Prävention: „Vielen Menschen glauben, dass man einen Herzinfarkt nicht verhindern kann. Die allermeisten Fälle wären jedoch vermeidbar durch frühes Erkennen der Krankheit, eine deutliche Veränderung des Lebensstils und eine gute Kontrolle anderer Risikofaktoren.“

In einer verwandten Studie fanden die Forscher um Blankstein heraus, dass jeder fünfte Patient, der in jungem Alter einen Herzinfarkt erleidet, ebenfalls Diabetes hat. Diese Patienten sterben häufiger und haben mehr wiederholte kardiovaskuläre Ereignisse, zeigen die Daten.

Literatur

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