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14.11.2017 | AHA-Kongress | Nachrichten

REAL-CAD-Studie

Cholesterinsenkung: „The lower the better“ – nun auch in Japan

Autor:
PD Dr. Stefan Perings

Eine intensivere Cholesterinsenkung bei höherer Statin-Dosierung reduziert kardiovaskuläre Ereignisse stärker als eine moderatere Lipidsenkung bei niedrigerer Dosierung. Das konnte nun erstmals auch in einer Studie bei Patienten in Japan gezeigt werden.

Statine sind seit Jahrzenten eine der Säulen in der kardiovaskulären Primär- und Sekundär-Prävention. Zahlreiche Studien konnten für immer niedrigere LDL-Zielwerte weitere Erfolge in der Reduktion von kardiovaskulären Ereignisse und auch der Sterblichkeit nachweisen. Trotz der eindeutigen Studiendaten werden in der Praxis die empfohlenen LDL Werte aber häufig nicht erreicht. Insbesondere in Japan wird wegen unterschiedlicher Statin-Metabolisierung häufig eine Unterdosierung beobachtet.

Vor diesem Hintergrund haben die japanischen Autoren der REAL-CAD-Studie untersucht, ob eine Hochdosis-Statin-Therapie mit Pitavastatin bei japanischen Hochrisiko-Patienten mit KHK sicher und überlegen im Vergleich zu einer Niedrigdosis-Therapie ist.

In der multizentrischen und randomisierten, aber offenen Studie wurden 13.054 Patienten auf Pitavastatin 1 mg bzw. 4 mg täglich randomisiert und im Mittel über fast vier Jahre nachverfolgt. Primärer Endpunkt war die Kombination aus kardiovaskulärem Tod, nicht tödlichem Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie Hospitalisierung wegen instabiler Angina pectoris.

Während der Beobachtungsperiode konnten durchweg signifikant niedrigere LDL-C-, Triglyzerid- und HS-CRP-Werte sowie höhere HDL-C-Werte unter der Hochdosis-Therapie im Vergleich zur niedrigeren Pitavastatin-Dosis dokumentiert werden. Die Rate für den primären Endpunkt betrug 5,4 % in der 1-mg-Gruppe und 4,3 % in der 4-mg-Gruppe, der Unterschied war signifikant (p = 0,01. Auch die Raten für die sekundären Endpunkte koronare Revaskularisation und Gesamtsterblichkeit waren unter der Hochdosis-Therapie signifikant niedriger. In Hinblick auf die Therapiesicherheit (Rhabdomyolyse, Neuauftreten eines Diabetes mellitus, Laborwert Veränderungen) ergaben sich keine Unterschiede. Lediglich das Auftreten von Muskelbeschwerden war unter Pitavastatin 4 mg höher als unter der 1-mg-Dosis.

Obwohl die für die Studie kalkulierten Ereignisraten nicht erreicht wurden, konnte die REAL-CAD-Studie erneut die Hypothese „the lower the better“ für die Cholesterinsenkung bei Risikopatienten bestätigen. Insbesondere im asiatischen Raum, aber auch in der restlichen Welt, werden häufig die LDL-Zielwerte bei Risikopatienten nicht erreicht und niedrigere als die empfohlenen Statindosen verabreicht. Dementsprechend hat diese Studie nicht nur für den asiatischen Raum, sondern ganz allgemein erneut einen wichtigen Beitrag zur Schärfung unseres Bewusstseins geschaffen, die Möglichkeiten der Statin-Therapie besser auszuschöpfen, insbesondere da auch in der neuen Studie keine relevante Zunahme von unerwünschten Ereignisse zu beobachten waren.

Literatur

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