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31.08.2016 | Akutes Koronarsyndrom | Nachrichten

Selbst bei älteren Hochrisiko-Patienten

ACS: Monitoring der Plättchenreaktivität bessert nicht die Prognose

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Es hat keine Relevanz für die Prognose, wenn nach akutem Koronarsyndrom und Stent-Einlage die Thrombozyten-Funktion überwacht wird – auch nicht bei älteren Hochrisiko-Patienten, so das Ergebnis der beim ESC-Kongress 2016 vorgestellten ANTARCTIC-Studie.

Eigentlich ist die Idee einleuchtend. Nicht alle Patienten reagieren gleichermaßen auf Plättchen-Hemmer. Überwacht man deren Funktion, können Wahl und Dosis des Thrombozyten-Hemmers nach Stent-Behandlung individualisiert werden. Manche internationale Leitlinien empfehlen dieses Vorgehen, nicht wenige Zentren folgen ihnen.

Doch inzwischen gibt es zwei Studien, deren Ergebnisse zeigen, dass sich dieser Aufwand nicht lohnt. Die erste war die ARCTIC-Studie (Collet JP et al. N Engl J Med. 2012,367:2100-09). Diese war im Nachhinein kritisiert worden, weil die Patienten ein niedriges Risiko aufwiesen, bei stabiler KHK eine elektive PCI vorgenommen worden war und man überwiegend Clopidogrel einsetzt hatte.

Nur ältere Patienten rekrutiert

Dies war die Rationale für die ANTARCTIC-Studie, durchgeführt von der gleichen Autorengruppe um den Pariser Kardiogen Prof. Gilles Montalescot. Dieses Mal wurden nur Patienten über 75 Jahre mit ACS rekrutiert, die sich einer dringlichen PCI unterzogen, die Plättchenhemmung erfolgte vorwiegend mit Prasugrel. Zudem wurden moderne Schwellenwerte für die Plättchen-Reaktivität angewendet.

Jeweils nach 2 und 4 Wochen wurde bei der Hälfte der 877 Patienten die Plättchenfunktion bestimmt. In Abhängigkeit vom Ergebnis wurde die Prasugrel-Dosis verdoppelt, beibehalten, oder es wurde auf das schwächer wirksame Clopidogrel umgestellt. Immerhin bei 44,8 % der Patienten wurde auf diese Weise die Thrombozytenhemmer-Therapie angepasst.

Klinisch ohne Auswirkungen

Doch klinische hatte dieses Vorgehen keinerlei Auswirkungen. Den primären Endpunkt, eine Kombination aus kardiovaskulärem Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall, Stent-Thrombose, dringlicher Revaskularisierung oder Blutung nach einem Jahr, erlitten in beiden Gruppen 27,6 bzw. 27,8 % – kein Unterschied. Auch bei sekundären Endpunkten zeigte sich kein Effekt.

Literatur

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