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31.03.2016 | Nachrichten | Onlineartikel

Sofortige Risikoabschätzung

Ausschlussdiagnose Herzinfarkt jetzt noch schneller

Autor:
Dr. Ulrike Fortmüller

Eine schnellere und genauere Diagnose und Risikoabschätzung kann die Patientenversorgung verbessern. Das zeigt sich am Beispiel des hochsensitiven Troponin-Tests, mit dem sich Herzinfarkte zuverlässig ausschließen lassen.

Der Einsatz von Biomarkern in der kardiovaskulären Medizin hat einen hohen Stellenwert bei der Diagnose von Erkrankungen und ist gut etabliert. Außer zu Akut-Diagnostik lassen sich Biomarker auch zur Rikiostratifizierung in der Bevölkerung einsetzten. Beim Herzinfarkt basiert die Diagnose außer auf dem EKG auf der Erhöhung des herzspezifischen Biomarkers Troponin, das von sterbenden Herzzellen freigesetzt wird.

Die BACC-Studie (Biomarkers in Acute Cardiovascular Care) zeigte bereits, dass durch den niedrigen Grenzwert des hochsensitiven Tropnin I (hsTnI) von 6 ng/l schon nach einer Stunde ein Herzinfarkt sicher auszuschließen ist, wenn sich anfängliche Messung nach 60 Minuten bestätigen lässt. Jetzt kann bei einem noch tieferen Grenzwert von nur 3 ng/l, kombiniert mit einem EKG ohne Ischämiezeichen, bereits nach einer einmaligen hsTnI-Messung sofort bei der Aufnahme eines Patienten ein Herzinfarkt sicher ausgeschlossen werden, erklärte Prof. Stefan Blankenberg vom Universitären Herzzentrum Hamburg-Eppendorf bei der Eröffnungspressekonferenz der DGK-Jahrestagung in Mannheim.

Bei 218 der 934 Patienten aus der BACC-Studie betrug der negative prädiktive Wert (NPV) bei hsTnI-Werten bis 3 ng/l 100 Prozent. Eine retrospektive Analyse weiterer 1.590 Patienten mit vermutetem Myokardinfarkt bestätigte den NPV von 100 Prozent bei hsTnI-Werten unter 3 ng/l.

Mithilfe moderner Tests nützt „High Tech“ Medizin dem Patienten, denn die schnellere Ausschlussdiagnose mit dem hsTnI-Test plus EKG bringt die Patienten dann entweder schneller wieder nach Hause oder früher ins Katheterlabor. Gerade weibliche Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt und oft untypischen Symptomen könnten davon profitieren, so Blankenberg.

Literatur

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