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31.08.2014 | Nachrichten | Onlineartikel

Häufig übersehen

Bei Herzinsuffizienz lohnt sich die Korrektur eines Eisendefizits

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Symptomatische Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und einem Eisendefizit profitieren von einer Eisensubstitution: Es bessern sich Belastbarkeit, Symptomatik und Lebensqualität, auch das Einweisungs-Risiko sinkt.


„Eisenmangel ist eine häufige und relevante Komplikation der Herzinsuffizienz, die man einfach erkennen und einfach behandeln kann. So steht es auch in den Leitlinien. Doch leider kümmert sich in der klinischen Routine fast niemand um das Problem“, erklärte Professor Piotr Ponikowski, Medizinische Universitätsklinik in Warschau.

Beim Jahreskongress der European Society of Cardiology stellte er die Ergebnisse der doppelblinden und plazebokontrollierten CONFIRM-HF-Studie vor, welche den Effekt einer Behandlung mit Eisen Carboxymaltose (Ferinject®) bei Patienten mit chronischer Herzschwäche und Eisendefizit untersuchte.

An der Studie nahmen 304 Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz in den Stadien NYHA II und III (LVEF <45%) und erhöhten BNP bzw. NT-proBNP-Spiegeln mit nachgewiesenem Eisendefizit teil (Serum-Ferritin <100 ng/ml bzw. 100–300 ng/ml, wenn die Transferrin-Sättigung unter 20% betrug).

In einer ersten Phase wurde der Eisenmangel mit ein oder zwei intravenösen Gaben von 500–1000 mg Eisen-Carboxymaltose-Lösung behoben oder entsprechend Plazebo gegeben. Bei Bedarf wurden später erneut Infusionen a 500 mg verabreicht. Über 75% der Patienten kamen mit ein oder zwei Injektionen zur Korrektur des Eisenhaushaltes aus, berichtete Ponikowski.

Robuste Verbesserung der Belastbarkeit

Primärer Endpunkt war das Ergebnis im 6-Minuten-Gehtest nach 24 Wochen. Dabei verbesserten sich die Patienten der Verumgruppe gegenüber der Plazebogruppe im Schnitt um 33 Meter. Auch nach einem Jahr betrug der Vorteil noch 36 Meter. „Das Ergebnis ist robust, klinisch relevant und unabhängig davon, ob eine Anämie vorliegt. Verbesserungen eines solchen Ausmaßes sehen wir sonst bei Herzschwäche nur mit der kardialen Resynchronisationstherapie“, erklärte Ponikowski.

Einweisungsrisiko sinkt deutlich

Darüber hinaus verbesserte die Eisensubstitution ab der 12. Behandlungswoche signifikant das globale Patientenbefinden sowie das NYHA-Herzinsuffizienzstadium. Auch die Lebensqualität wurde in zwei erhobenen Scores signifikant verbessert. Behandelte Patienten gaben an, weniger erschöpft zu sein. Auch das Risiko für Krankenhauseinweisungen wegen Verschlechterung der Herzinsuffizienz lag in der Gruppe mit Eisensubstitution um 61% niedriger, 10 versus 32 Patienten wurden innerhalb eines Jahres stationär behandelt (p=0,009). Nebenwirkungen waren leichter Natur und wurden in beiden Gruppen mit gleicher Häufigkeit beobachtet.

Die aktuellen ESC-Leitlinien empfehlen, bei Herzinsuffizienz stets nach einem Eisenmangel zu fahnden. Die Leitlinien-Empfehlung zur Korrektur eines Eisenmangels ist weniger deutlich formuliert, da die Evidenz noch schwach ist. Mit den Ergebnissen der CONFIRM-HF-Studie ist die Evidenz nun robuster geworden, resümierte Ponikowski.

Vor fünf Jahren ist mit der FAIR-HF-Studie bereits eine ähnliche Untersuchung mit 459 Patienten publiziert wurden. Damals hatte die i.v.-Eisensubstitution in einer geringeren Dosierung (200 mg) Befinden, Lebensqualität und Belastbarkeit von Patienten mit Herzschwäche verbessert, nicht jedoch die Einweisungsrate aufgrund einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz.

Literatur

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