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01.06.2018 | Chronische Herzinsuffizienz | Nachrichten

Ernährung

Herzinsuffizienz: Hohe Protein-Zufuhr könnte Sterberisiko senken

Mit einer hohen Protein-Zufuhr könnten Patienten mit Herzinsuffizienz ihre Prognose verbessern. Jedenfalls hat sich in einer Studie ein entsprechender Zusammenhang gezeigt.

Patienten, die an einer Herzschwäche leiden, scheinen länger zu leben, wenn sie ausreichend Proteine zu sich nehmen. Ein solcher Zusammenhang suggeriert zumindest eine aktuelle Untersuchung von 2.516 Herzinsuffizienz-Patienten, die im Rahmen der BIOSTAT-CHF-Studie nachverfolgt worden sind.

In dieser Studie hatten die Patienten mit der geringsten Protein-Zufuhr (≤40 Gramm pro Tag) ein um 46% höheres Sterberisiko als jene, deren Proteinzufuhr in der oberen Quartile (≥70 Gramm pro Tag) gelegen hatte, nach Adjustierung auf diverse Störfaktoren. Die Ergebnisse der Studie hat der Studienautor Dr. Koen Streng aktuell auf dem Heart Failure-Kongress vorgestellt.

„Eine hohe Proteinzufuhr hat sich als unabhängiger Faktor für ein besseres Überleben herausgestellt“, resümierte der an der Universität Groningen tätige Mediziner in einer ESC-Pressemitteilung. Allerdings weist Streng auch darauf hin, dass dieser Befund noch keinen kausalen Zusammenhang belegt. Rein auf Basis dieser Daten lässt sich somit keine detaillierte Empfehlung für Patienten mit Herzinsuffizienz aussprechen, zu welchem Anteil ihre tägliche Energiezufuhr aus Proteinen bestehen sollte. Dies müsse in randomisierten kontrollierten Studien untersucht werden.

Die Protein-Zufuhr wurde in der aktuellen Studie anhand der Harnstoffausscheidung im Urin geschätzt. Die Autoren haben hierfür eine auf den Urinkreatinin und BMI adjustierte Formel verwendet (nach Maroni).

Am Ende des 21-monatigen Follow-up waren 31% der Patienten mit der geringsten Protein-Zufuhr und 18% der Patienten mit der höchsten Zufuhr verstorben (p < 0,001). 

Es sei wahrscheinlich, dass eine hohe Protein-Zufuhr zu einem vermehrten Muskelaufbau führe, der sich wiederum positiv auf die Gesundheit von Patienten mit einer Herzschwäche auswirke, erklärte sich Streng den entdeckten Zusammenhang. Trotz der Adjustierung auf diverse Risikofaktoren ist aber nicht ausschließen, dass eine hohe Protein-Zufuhr beispielsweise  Ausdruck einer gesunden Ernährungsweise ist.

Generell wird Patienten mit Herzinsuffizienz in Bezug auf ihre Ernährungsweise geraten, den Alkoholkonsum zu reduzieren und auf ihre Salz- und Flüssigkeitszufuhr zu achten. Es gibt auch Hinweise, dass sich eine mediterrane Ernährungsweise  einschließlich eines vermehrten Fischkonsums auf deren Prognose positiv auswirken könnte.

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Autor:
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