Nachrichten 24.02.2020

Das reale Leben abbilden

Fünf Jahre nach dem Launch von Kardiologie.org ziehen die Herausgeber Prof. Dr. Malte Kelm und PD Dr. Stefan Perings ein Resümee. Kann sich das gemeinsame Portal der DGK und des BNK auch in Zukunft gegen die digitale Konkurrenz behaupten?

© springermedizin
PD Dr. Stefan Perings, CardioCentrum Düsseldorf und 
Prof. Dr. Malte Kelm, Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie, Düsseldorf

Welche thematischen Schwerpunkte haben Sie in diesem Jahr geplant?

Prof. Kelm: Wir möchten natürlich weiterhin so intensiv wie möglich über alle kardiologisch relevanten Kongresse berichten. Da sind neben der DGK Jahrestagung und den DGK Herztage auch die internationalen Kongresse, wie der ESC, der AHA oder der TCT. Weiterhin konnten wir 2019 acht neue Rubrikenherausgeber für das Portal gewinnen, die ihre jeweiligen Spezialgebiete mit neuem Leben füllen werden. Dank ihres Engagements können wir unseren Lesern auch in Zukunft ein besonders hohes Level an Qualität bieten.

Dr. Perings: Zusätzlich möchten wir mit der neuen Kardiologie.org eAcademy einen Meilenstein in der digitalen Fortbildung für Kardiologen und kardiologisch interessierte Ärzte setzen. Der CME-zertifizierte Intensivkurs EKG mit 108 Fällen und ausführlichen Erklärungen ist da nur der Anfang. Wir planen, das Angebot der eAcademy in Kooperation mit Prof. Frey, Vorsitzender der DGK Akademie, noch deutlich auszubauen. Schließlich wird die digitale Fortbildung für Ärzte immer wichtiger und da möchten wir mit einem 24/7 Lernangebot auf Kardiologie.org eine Vorreiterrolle einnehmen. 

Prof. Kelm: Damit richten wir uns aber nicht nur an die erfahrenen Kollegen, sondern auch ganz besonders an die jungen Kardiologen. Auch das weitere Angebot auf Kardiologie.org soll noch relevanter für junge Ärzte werden. Deshalb arbeiten wir eng mit der YoungDGK an neuen Konzepten und Formaten. Da wird noch sehr viel Spannendes passieren!

Wie hat sich das Portal seit Beginn Ihrer Herausgeberschaft entwickelt?

Dr. Perings: Hervorragend! Seit dem Launch im Jahr 2015 konnte die Reichweite auf überragende 200.000 Page Impressions im Monat erhöht werden. Im letzten Jahr konnten wir außerdem gemeinsam mit Springer Medizin ein neues Design an den Start bringen, wodurch die Inhalte noch klarer und attraktiver dargestellt werden. Auch Nutzerumfragen spiegeln uns wieder, dass Kardiologie.org ein relevantes, oft gelesenes Medium ist. Das liegt sicherlich auch daran, dass wir in den letzten Jahren ein umfassendes Video-Angebot mit Vorträgen der großen Kongresse anbieten konnten.

Prof. Kelm: Unsere Rubrikenherausgeber machen außerdem zum AHA, ACC und ESC sogenannte Kongress-Updates als Video, in denen die wichtigsten neuen Erkenntnisse aus den Kongressen besprochen werden. Dazu kommen Live-Webinare zu neuen Leitlinien oder anderen Spezialthemen aus der Kardiologie, in denen auch die Leser eigene Fragen stellen können. Das Videoangebot hat gerade in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Inwiefern grenzt sich Kardiologie.org von ähnlichen Angeboten im Netz ab?

Prof. Kelm: Das Portal räumt auch den kardiologischen Spezialdisziplinen viel Platz ein, während andere Angebote im Netz doch eher rein internistisch-hausärztlich sind. Wir gehen da doch mehr in die Tiefe und beleuchten alle Aspekte der Kardiologie.

Dr. Perings: Das sieht man sehr gut an der Anzahl von Beiträgen in beispielsweise der interventionellen Kardiologie. Da finden sich auf Kardiologie.org weit über 100 TAVI-Artikel, wo sich in den letzten 6-7 Jahren sehr viel entwickelt hat. Ich kenne kein anderes Angebot, das online so umfassend über alle Aspekte im Fachbereich Kardiologie berichtet.

Welche Herausforderungen hat die Tätigkeit als Herausgeber eines Portals für Sie?

Prof. Kelm: Als erstes müssen wir natürlich aktuelle Entwicklungen abbilden, und zwar in der Breite genauso wie in der Tiefe. Es ist uns sehr wichtig, dass wir sowohl die Spezialisten als auch die kardiologischen Generalisten ansprechen. Des Weiteren müssen wir immer ein Auge darauf haben, dass die Herausforderungen des klinischen Alltags ihren Niederschlag finden, denn das ist es, was unsere Leser interessiert.

Dr. Perings: Wir haben da natürlich den großen Vorteil, dass wir gut in der Praxis beziehungsweise in der Klinik verhaftet sind. Auch durch diese Dualität können wir auf Kardiologie.org das reale Leben mit all seinen Facetten abbilden.