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11.10.2017 | DGK Herztage 2017 | Nachrichten

Heikel, aber unumgänglich

DGK befürwortet Mindestmengen zur Qualitätssicherung bei kardiologischen Eingriffen

Autor:
Peter Overbeck

Trotz zu erwartenden Widerstands in den eigenen Reihen  sieht die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) keine Alternative: Sie befürwortet bei kardiologischen Eingriffen Mindestzahlen als ein Element der Qualitätssicherung. 

Gibt es den Umschlag von der Quantität in Qualität? In der Redensart, der zufolge „Übung den Meister macht“,  wird jedenfalls davon ausgegangen. Und dass technisch anspruchsvolle Interventionen wie Katheterablationen, transvasale Aortenklappen-Implantationen  und katheterbasierte Mitralklappen-Rekonstruktionen bessere Ergebnissen haben, wenn sie von erfahrenen Untersuchern an „High-volume“-Herzzentren durchgeführt werden, ist leicht nachvollziehbar. 

Auch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) sieht einen Zusammenhang zwischen Leistungsvolumen und Behandlungsqualität – auch wenn aus wissenschaftlicher Sicht in einigen Punkten sicher noch Klärungsbedarf besteht.  Sie ist deshalb dafür, dass zur Erhaltung und Verbesserung der hohen Versorgungsqualität in der Herzmedizin Mindestmengen für bestimmte Eingriffe festgelegt werden. Nur Zentren, die diese definierten  Mindestmengen pro Jahr erreichen, sollen die Leistung weiterhin erbringen und  abrechnen dürfen.

„Das Thema ist heikel“

„Das Thema ist heikel“, so  Prof. Dr. Hugo Katus (Heidelberg), Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), auf der Eröffnungs-Pressekonferenz der DGK-Herztage 2017 in Berlin. Schließlich werde einigen Kliniken durch die Mindestmengen-Regelung die Möglichkeit genommen, bestimmte Therapie anzubieten“. Andererseits sehe sich die DGK aber  auch in der  Verantwortung, zur bestmöglichen kardiologischen Versorgung in Deutschland beizutragen.  Und dafür werden niedrige Leistungsmengen als Schranke erachtet.

Katus verwies in diesem Zusammenhang auf eine jüngst veröffentlichte US-Register-Studie, in der nahezu 43.000 an 395 US-Kliniken vorgenommene TAVI-Eingriffe analysiert worden sind. Untersucht wurde die  Assoziation  der TAVI-Volumina  an den einzelnen Kliniken mit  den klinischen Behandlungsergebnissen. Dabei zeigte sich, dass mit zunehmenden  Eingriffszahlen als Maß für die Expertise  Mortalität und vaskuläre Komplikationen signifikant abnahmen. Nach Ansicht der Autoren könnte dies dafür sprechen, die Expertise an „higher volume“-Herzzentren zu konzentrieren, um so bestmögliche  Behandlungsergebnisse zu erzielen.

50 TAVI-Prozeduren pro Jahr als Mindestmenge

Mit Blick auf Aortenklappenimplantationen per Herzkatheter hat die DGK bereits ein Zertifizierungsprogramm für Zentren erarbeitet, die diese Leistung anbieten wollen. Teil dieses Programms ist eine definierte Mindestmenge von 50 Eingriffen pro Jahr und Zentrum. Für andere interventionelle Verfahren wie die Mitraclip-Prozedur bei Mitralinsuffizienz – hier wird die Mindestmenge wohl bei 25 Eingriffen liegen - und die Katheterablation bei Vorhofflimmern sind ähnliche Empfehlungen geplant. Von Begrenzungen der Eingriffszahlen aus ökonomischen Erwägungen hält Katus jedoch nichts. Das habe mit medizinischer Qualität nichts zu tun.

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