Nachrichten 16.10.2019

KHK-Prävention: Sport reduziert Entzündungsmarker im Blut

Dass körperliche Aktivität das Herz schützt, ist bekannt. Die genauen Zusammenhänge sind jedoch nicht vollständig geklärt. Ein Forscherteam aus Greifswald hat jetzt untersucht, welche Rolle antientzündliche Stoffwechselveränderungen dabei spielen.

Entzündungsvorgänge im Körper erhöhen das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Eine neue Studie, die bei den Herztagen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Berlin präsentiert wurde, weist darauf hin, dass körperlich fitte Menschen weniger Entzündungsmarker im Blut haben und somit besser vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt sind.

Entzündungsmarker für kardiovaskuläre Prognose bedeutsam

Bei chronischen systemischen Entzündungen ist das Immunsystem dauerhaft aktiviert und setzt inflammatorische Substanzen frei. Die aktuelle Studie zeigt, dass der Entzündungszustand, gemessen anhand des Biomarkers hs-CRP (hochsensitives C-reaktives Protein), hinsichtlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen prognostisch bedeutsam ist. Bereits niedrige Entzündungswerte unterhalb der Werte, wie sie bei klinisch manifesten Entzündungen gemessen werden, sind demnach als Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen zu bewerten.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Kirsten Lehnert von der Universität Greifswald untersuchte bei fast 1500 Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern zwischen 20 und 81 Jahren den Zusammenhang zwischen körperlicher Leistungsfähigkeit und Entzündungsmarkern im Blut. Die körperliche Fitness der Teilnehmer beurteilten die Forscher mithilfe eines Belastungstests mit Atemgasmessung auf dem Fahrradergometer. Je höher die maximale Sauerstoffaufnahme war, desto fitter war auch der Proband.

Hohe körperliche Fitness mit weniger Entzündungsprozessen assoziiert

Ein Anstieg der maximalen Sauerstoffaufnahme um 100 ml war signifikant mit um 4,5% niedrigeren hs-CRP-Werten und einer um 1% niedrigeren Anzahl weißer Blutkörperchen assoziiert. Andere Entzündungsmarker ergaben ähnliche Zusammenhänge. „Wir konnten zeigen, dass eine höhere körperliche Leistungsfähigkeit mit weniger systemischer Inflammation assoziiert ist“, resümierte Lehnert.

Die Ergebnisse lassen ihrer Ansicht nach vermuten, dass die weit verbreitete Bewegungsarmut in der Bevölkerung nicht nur eine schlechte körperliche Fitness, sondern auch höhere Entzündungswerte begünstige, und dadurch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen könne. „Der Einfluss von Botenstoffen und anderen Faktoren im Rahmen einer Entzündungsreaktion auf das kardiovaskuläre Risiko sollte aber noch genauer analysiert werden“, so Lehnert.

Literatur

Lehnert K et al. In der Allgemeinbevölkerung ist eine geringe körperliche Leistungsfähigkeit mit einer hohen systemischen Inflammation assoziiert. Vorgestellt bei den DGK-Herztagen, 10. – 12. Oktober 2019, Berlin

DGK-Pressemitteilung: Sport gegen Entzündungen. 10.10.19.

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