Skip to main content
main-content

12.04.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Nachrichten

Schwere Aortenstenose

Neue TAVI-Leitlinie durch Daten aus Deutschland bestätigt

Autor:
Veronika Schlimpert

In der ESC-Leitlinie von 2017 wurde die Transkatheter-Klappenimplantation (TAVI) bei Patienten mit schwerer Aortenstenose weiter aufgewertet. In einer bevölkerungsweiten Analyse aus Deutschland bestätigt sich nun, dass man damit richtig liegt.

Im Jahr 2017 wurde die ESC-Leitlinie zum Management von Herzklappenerkrankungen aktualisiert. Der Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) sollte man demnach bereits bei Patienten mit einem intermediärem Operations-Risiko (logistischer EuroScore ≥10%) und ab einem Alter von 75 Jahren den Vorzug  vor einem operativen Klappenersatz geben.

Dass diese Patienten tatsächlich am deutlichsten von dem kathetergestützten Verfahren profitieren, zeigt sich nun in einer bevölkerungsweiten Analyse aus Deutschland. „Die Ergebnisse bestätigen im Prinzip die Leitlinienänderung von 2017“, resümierte Dr. Peter Stachon vom Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen, der die Ergebnisse auf der 84. DGK-Jahrestagung präsentierte.

Insgesamt 33.789 zwischen 2014 und 2015 durchgeführte transfemorale TAVI- und operative Klappenersatz-Eingriffe (surgical aortic valve replacement, SAVG) wurden anhand von ICD- oder OPS-Codes identifiziert. Die Patienten, die eine transfemorale TAVI erhielten, waren in der Regel deutlich älter und kränker.

TAVI bei alten und kranken Menschen überlegen

Daher wurde ein Propensity-Score-Matching vorgenommen, um die Ergebnisse beider Verfahren miteinander vergleichen zu können.

Bei diesem Vergleich schnitt die TAVI umso besser ab, je älter die Patienten waren und desto höher das Operations-Risiko war. So war die intrahospitale Sterblichkeit bei Patienten ab einem Alter von 85 Jahren nach einer TAVI um 58% niedriger als nach einer SAVR. Ab einem log EuroScore von 9 war das Sterberisiko um 48% signifikant geringer, wenn die TAVI zum Einsatz kam. Patienten mit NYHA-Klasse III/IV und fortgeschrittener Nierenerkrankung profitierten ebenfalls eindeutig von dem minimalinvasiven Verfahren.

Bestätigt jetzt schon übliches Vorgehen 

„Im Prinzip zeigt die Analyse nur, dass die TAVI bei einer Patientenkohorte besser ist, bei der wir ohnehin schon TAVI-Klappen implantieren“, kommentierte Prof. Lutz Frankenstein die aktuellen Ergebnisse. Trotzdem sei es gut zu wissen, dass das Sicherheitsprofil der Therapie bei diesen Patienten sehr gut ist.

Allerdings machte der am Universitätsklinikum Heidelberg tätige Kardiologe darauf aufmerksam, dass ein Prospensity-Score-Matching nicht mit einer Randomisierung gleichzusetzen ist. Es könne Faktoren geben, von denen man nicht wisse, dass sie die Ergebnisse beeinflussen und auf die deshalb nicht adjustiert werde.

Ob Patienten mit niedrigem bis mittlerem Operations-Risiko in Deutschland wirklich von einer TAVI profitieren, werden seiner Ansicht  nach die Ergebnisse der DEDICATE-Studie endgültig klären.  In dieser vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) geförderten, randomisierten Studie wird die Sicherheit und Wirksamkeit der kathetergestützten Therapie mit der eines operativen Klappenersatzes bei 1.600 Patienten mit mittlerem bis niedrigen OP-Risiko verglichen.

Literatur

Neueste Kongressmeldungen

04.06.2018 | EuroPCR 2018 | Nachrichten

Bioresorbierbarer Magnesium-Scaffold verzeichnet Erfolge

Erste Daten aus dem BIOSOLVE IV-Register zeigen bei bioresorbierbaren Magnesium-Scaffolds eine gute Effektivität und ein mit den bisherigen Studien kompatibles Sicherheitsprofil. Hersteller Biotronik kündigte an, das Register auszuweiten.

28.05.2018 | EuroPCR 2018 | Nachrichten

TAVI-Protektionssysteme in der Praxisroutine? Experten sind sich uneins

Spezielle TAVI-Embolie-Schutzsysteme können einer neuen Metaanalyse zufolge das Schlaganfall-Risiko deutlich senken. Den routinemäßigen Einsatz solcher Systeme sehen Experten trotzdem kritisch, obwohl eine Patientenselektion kaum möglich erscheint. 

25.05.2018 | EuroPCR 2018 | Nachrichten

NOTION-Studie: Katheter-Aortenklappen zeigen bislang keine Altersschwäche

Auch sechs Jahre nach Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) sind in der NOTION-Studie  keine beunruhigenden Anzeichen für ungünstige Strukturveränderung der Klappenprothesen zu erkennen. Das hämodynamische Profil der Katheterklappen erweist sich sogar besser als das der chirurgisch implantierten Aortenklappen.

Neueste Kongresse 2018

EuroPCR-Kongress 2018

Vom 22 bis 25. Mai 2018 findet in Paris der EuroPCR statt, einer der weltweit wichtigsten Kongresse zum Thema Interventiologie. Viele spannende Studien werden erwartet. Die Highlights haben wir für Sie in diesem Dossier zusammengefasst.

DGK-Jahrestagung 2018

„Kardiologie 2018 – von der Grundlagenforschung zur Hochleistungsmedizin" lautete das diesjährige Motto der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Der Kongress fand vom 4. bis 7. April 2018 in Mannheim statt. Tagungspräsident war Prof. Thomas Eschenhagen aus Hamburg. Wir haben die Highlights für Sie zusammengestellt.

EHRA-Kongress 2018

Vom 18. bis 20. März 2018 fand in Barcelona die 1. Jahrestagung der European Heart Rhythm Association (EHRA) in neuer Form ohne den bisherigen Partner Cardiostim statt. Der EHRA-Kongress ist  eines der wichtigsten Treffen von Experten auf dem Gebiet der Elektrophysiologie.

Bildnachweise