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11.04.2018 | DGK-Jahrestagung 2018 | Nachrichten

Hilfe bei Herzinfarkt und Lungenembolie

Sechs neue Apps: Schnell und richtig entscheiden im Notfall

Autor:
Dr. Dirk Einecke

Klinische Entscheidungshilfen im kardiologischen Notfall Schritt für Schritt – das bieten jetzt sechs Leitlinien-basierte Apps, die ab sofort von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zur Verfügung gestellt werden.

Leitlinienadhärenz verbessert erwiesenermaßen die medizinische Versorgung: In Krankenhäusern, die standardisiert nach Leitlinien vorgehen, überleben mehr Patienten einen Herzinfarkt  als in Häusern mit geringerer Leitlinientreue. Doch Leitlinien sind in der Regel umfassende Dokumente: Wie setzt man sie konkret am Patientenbett um?

Dafür haben Experten im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie jetzt Lösungen entwickelt. Schnelle Leitlinien-gestützte Antworten auf konkrete Vorgehensfragen finden Ärzte künftig in Gratis-Apps zu häufigen kardiologischen Notfällen. Mehr als ein Dutzend solcher Apps sind geplant, folgende Themen sind bereits am Start:

  • Leitsymptom akuter Brustschmerz,
  • STEMI,
  • NSTE-ACS,
  • Akutes Aortensyndrom,
  • Lungenarterienembolie
  • Infarktbedingter kardiogener Schock.

Inhalte basieren auf Leitlinien

„Es geht uns um die prozessorientierte und standardisierte Schritt-für-Schritt-Umsetzung von Leitlinien“, erklärte Prof. Peter Radke, Schön Klinik in Neustadt, bei einer Pressekonferenz auf der DGK-Frühjahrstagung 2018. Vier kritische Punkte waren den Entwicklern dabei besonders wichtig:

  1. Die Empfehlungen basieren auf Leitlinien.
  2. Die Inhalte wurden von der klinischen Kommission der DGK geprüft.
  3. Alle Verfahren sind durch Publikationen transparent gemacht worden.
  4. Aktuelle Neuerungen werden durch rasche Umsetzung eingearbeitet.

Damit unterscheiden sich die Notfall-Apps der DGK wesentlich von den zahlreichen Gesundheits-Apps, die allgemein angeboten werden.

Der Arzt am Krankenbett kann das komplette Vorgehen im Notfall anhand der App abarbeiten, oder er kann bei spezifischen Fragestellungen einsteigen. 

Beispiel: Der Befund lautet STEMI, was ist als nächstes tun? Antwort: Prähospital verabreichte Medikation checken, insbesondere Plättchenhemmung und Antikoagulation. In vom Arzt wählbaren Informationstiefen kann er sich dann durch die nächsten Schritte der notwendigen Maßnahmen klicken. Am Ende stehen z. B. Empfehlungen für eine Bildgebung oder eine bestimmte Therapie.

Ziel: Leitlinientreue verbessern

„Wir gehen davon aus, dass der Einsatz dieser Leitlinien-basierten Behandlungspfade auf der App am Smartphone oder Tablet die Leitlinientreue und damit auch die klinischen Ergebnisse verbessern wird“, erklärte Prof. Martin Möckel, Charité Universitätsmedizin Berlin.

Die Apps erhält man kostenlos im App Store oder bei Google Play, wenn man nach DGK Pocket-Leitlinien sucht und diese installiert. Es befindet sich dort ein Button CDS für „Clinical Decision Tools“, die Ärzte intuitiv Schritt für Schritt durch die sensible Phase der Akutbehandlung führen. Die digitalen Orientierungshilfen sind dabei so aufgebaut, „dass man sie gerne anwendet“, so Radke.

Literatur

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